Wien (OTS) – Ab kommendem Jahr stehen für das neue Modell nur mehr
150 Mio. Euro
zur Verfügung. Ein Bruchteil dessen, was früher für die
Bildungskarenz vergeben wurde. Damit fällt auch der Rechtsanspruch
auf das Weiterbildungsangebot und auch die Zugangshürden werden
erhöht. “ Statt Weiterbildung auszubauen, schränkt die Regierung sie
drastisch ein, wenn das Budget erschöpft ist, haben
Arbeitnehmer_innen schlicht und einfach Pech gehabt. Damit wird
Weiterbildung zum Glücksspiel und das können wir uns als Gesellschaft
nicht leisten “, kritisiert Selina Wienerroither aus dem ÖH-
Vorsitzteam.
Besonders problematisch ist die neue soziale Schieflage: Für
viele Studierenden und Arbeitnehmer_innen wurden die Hürden deutlich
verschärft. Der Leistungsnachweis steigt beispielsweise von 8 auf 20
ECTS pro Semester. „ Weiterbildung an einer Hochschule ist im neuen
Modell so unattraktiv wie möglich gestaltet, insbesondere für jene,
die neben dem Studium arbeiten oder Betreuungspflichten haben.
Weiterbildung darf nicht zum Luxusgut werden. Bildung ist ein
Grundrecht !“, betont Viktoria Kudrna.
Hinzu kommt, dass Arbeitgeber_innen künftig über Zuschüsse in die
Entscheidung über Weiterbildungsangebote eingreifen können. Diese
können fortan nicht mehr selbstbestimmt gewählt werden, sondern
müssen als arbeitsmarktpolitisch erfolgversprechend gelten. “
Bildungsangebote müssen öffentlich ausfinanziert sein, nicht von der
Zustimmung einzelner Arbeitgeber_innen abhängen. Wir fordern die
Rücknahme der Kürzungen und den Erhalt des Rechtsanspruchs auf
Bildungskarenz “, ergänzt Umut Ovat.
Die ÖH appelliert an die Bundesregierung, die Kürzungen
zurückzunehmen und Weiterbildung für alle zugänglich zu machen.
Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft –
Kürzungen schaden uns allen.
Eine ausführliche Stellungnahme der ÖH kann auf parlament.gv.at
nachgelesen werden.