Linz (OTS) – „Die Lenzing AG ist in einem zyklischen Geschäft tätig
und in
Abschwungphasen der internationalen Faserproduktion immer stark unter
Druck. Das ist keine neue Situation. Die hohen Energiekosten und
sonstige Kostensteigerung im Zuge der mangelnden Inflationsbekämpfung
in Österreich haben die Situation für die Lenzing AG sicher
verschärft. Die jetzt vorgeschlagene Medizin überzeugt aber nicht“,
so der SPÖ-OÖ-Vorsitzende, der vor seinem Einstieg in die Politik
international erfolgreicher Unternehmensberater zu
Finanzierungsfragen war, und jetzt mit fundierten Argumenten davor
warnt, die wirtschaftlichen Herausforderungen auf dem Rücken der
Beschäftigten auszutragen.
„Eine wirkliche Verbesserung würde die Lenzing AG nur erreichen
können, wenn man die Vermarktung der eigenen Nischenfaserprodukte
global verbessern kann. Das wird durch eine Verlagerung der
Verwaltung nach Indien nicht passieren“, so Winkler.
Für Winkler sieht es derzeit ganz danach aus, dass der Vorstand
unter Zugzwang nach einer einfachen Lösung greift, die den Druck der
Aufsichtsrät:innen durch Ankündigungen einer großen
Mitarbeiter:innenreduktion reduzieren soll:
„Damit wird viel Staub aufgewirbelt, aber kein Schritt in
Richtung nachhaltiger Zukunft gesetzt. Verlagerungen komplexer
Prozesse in Off-Shore-Zentren scheitern oft an den
Ausbildungserfordernissen lokaler Mitarbeiter:innen und der
mangelnden Dokumentation von abweichenden Prozessschritten, die nicht
den Standardabläufen folgen. Das Ergebnis sind hohe
Verlagerungskosten und Qualitätsprobleme. Im Endergebnis besteht ein
hohes Risiko, dass man viel Geld für wenig Ergebnisverbesserung
ausgibt. Besser wäre es, die Prozesse in Lenzing zu optimieren und
eine internationale Vertriebspartnerschaft anzustreben“, zeigt
Winkler Alternativen auf.
Winkler selbst bemühe sich seit mehreren Wochen um ein Gespräch
mit dem Vorstand der Lenzing AG, um seine kritischen Fragen zu den
Herausforderungen des Unternehmens zu diskutieren. Er hofft auf eine
Gesprächsbereitschaft auf Seiten des Vorstands, der für alle Seiten
einen Vorteil bringen kann. Winkler betont, dass die Lenzing AG ein
Leitbetrieb in Oberösterreich ist, der unsere Unterstützung verdient.
„Insbesondere die fleißigen Mitarbeiter:innen und deren Familien
verdienen unsere Wertschätzung und Unterstützung. Dafür kommt Winkler
jederzeit auch kurzfristig nach Lenzing, um mit dem Vorstand besseren
Lösungen zu finden.