ÖÄK-Experte zum Weltherztag: Mehr Herzgesundheit durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Wien (OTS) – „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch in Österreich die
häufigste
Todesursache. Im Rahmen der jährlichen ärztlichen
Vorsorgeuntersuchung werden Risikofaktoren zuverlässig und
unkompliziert erfasst und nötige Maßnahmen zur Vermeidung bzw.
Behandlung von herzspezifischen Erkrankungen abgeleitet“, sagt Artur
Wechselberger, Allgemeinmediziner und Leiter des Referats für Sozial-
und Vorsorgemedizin in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
anlässlich des Weltherztags am 29. September. Voraussetzung sei aber,
dass man das jährliche, kostenlose Vorsorgeprogramm auch wirklich in
Anspruch nimmt.

In Österreich gehen laut Angaben der Sozialversicherung jährlich
ca. 12,4 Prozent der in Frage kommenden Bevölkerungsgruppe zur
Vorsorgeuntersuchung. Da die Menschen im Durchschnitt nur alle drei
Jahre gehen, erreicht man knapp 40 % der Bevölkerung. „Da ist noch
viel Luft nach oben“, appelliert Wechselberger gerade in Hinblick auf
die Herzgesundheit für eine höhere Teilnahme: „Mit der Untersuchung
wird – und das schon seit Jahrzehnten – gerade auch die Herzvorsorge
sehr gut abgedeckt. Denn es werden genau jene fünf Risikofaktoren
untersucht, die maßgeblich zur Entstehung von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen beitragen. Das sind Bluthochdruck, Rauchen, hohes
Cholesterin, Diabetes und Übergewicht“, weiß der Vorsorgemediziner.

Schon bei der Anamnese zu Beginn der Untersuchung könnten durch
die Erfassung aktueller Beschwerden, des Lebensstils, früherer
Erkrankungen und familiärer Vorbelastungen Risikofaktoren sehr gut
abgeschätzt werden. Weitere wichtige Aufschlüsse würden die
körperliche Untersuchung und der Bluttest geben. Beim Abhören könnten
Unregelmäßigkeiten bei Frequenz und Rhythmus des Herzens festgestellt
werden, beim Blutdruckmessen ein zu hoher Blutdruck. Die
Blutuntersuchung liefere wichtige Informationen zum Blutzucker und
den Blutfettwerten. „Ein zu hoher Blutzucker kann ein Hinweis auf
Diabetes mellitus sein, was wiederum die Entstehung von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Ebenso kann ein hoher
Cholesterinspiegel zu Arterienverkalkung führen, also das Risiko für
Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen“, nennt Wechselberger nur einige
Parameter.

Lassen die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchung auf bedenkliche
Abweichungen bei Stoffwechsel- und Herzfunktionen schließen und somit
auf ein erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, müssten
eventuell weitere diagnostische, jedenfalls aber diätetische
Maßnahmen, Lebensstiländerungen und regelmäßige Kontrollen folgen.
„Gerade der Lebensstil mit vernünftiger Ernährung, dem Verzicht auf
das Rauchen, ausreichenden sportlichen Aktivitäten und die Reduktion
eines erhöhten Körpergewichtes tragen wesentlich zur Herzgesundheit
bei“, verweist Wechselberger auf gesicherte medizinische
Erkenntnisse, die einfach umzusetzen wären. Ebenso wichtig ist die
Einstellung eines bei der Vorsorgeuntersuchung entdeckten
Bluthochdrucks.

Auch abseits der Vorsorgeuntersuchung sollte bei
„Herzbeschwerden“, etwa Schmerzen im Brustbereich, die
allgemeinmedizinische Praxis immer eine der ersten Anlaufstellen
sein, denn damit ließen sich oft auch die falsche Zuordnung von
Symptomen und unnötige Sorgen vermeiden. Hier könne nämlich sehr gut
festgestellt werden – im Zweifelsfall unter Einbindung anderer
Fachärztinnen und -ärzte – ob es sich bei vermeintlichen
Herzbeschwerden tatsächlich um solche handle oder sie nicht doch
andere Ursachen hätten. „Dazu gehören zum Beispiel Verspannungen der
Rückenmuskulatur, die dann oft mit Herzschmerzen verwechselt werden.
Oder Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, die auch andere Ursachen,
wie zum Beispiel hormonelle Fehlfunktionen, haben können“, weist
Wechselberger abschließend auf die Wichtigkeit von
allgemeinmedizinischer Abklärung hin.