„Katerkultur. Kampftrinken oder neue Nüchternheit?“ am 26. September im ORF-Korrespondentenmagazin „WeltWeit“

Wien (OTS) – Berichte rund um das traditionelle Münchner Oktoberfest
beginnen seit
Jahren mit Sätzen wie „Trinken bis der Arzt kommt“, „Erstes Bier-
Opfer auf der Wies’n nach nur einer Stunde“ oder „Alkoholbedingter
Totalausfall – 450 Sanitäter im Dauereinsatz“. Alkohol ist in unseren
Breiten ein fixer Bestandteil bei Festen und Feierlichkeiten – von
Geburtstagen, Hochzeiten oder Weihnachtsfeiern ist er für viele nicht
wegzudenken. Wer auf solchen Anlässen keinen Alkohol trinkt, muss
sich meist erklären. Doch inzwischen macht sich auch ein Wandel
bemerkbar: Immer häufiger hört man Begriffe wie „Dry January“ oder
„Sober Curiosity“, eine Bewegung, die Lust am Alkoholverzicht
propagiert. Laut Studien greift die „Gen Z“ immer seltener zum
Alkohol. Im ORF-Korrespondentenmagazin „WeltWeit“ schauen sich Jörg
Winter, Cornelia Primosch und Benedict Feichtner am Freitag, dem 26.
September 2025, um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON in
Großbritannien, Frankreich und Island an, wie es um die neue
Nüchternheit steht.

Großbritannien ist das Land der „Binge-Trinker“. Das gilt besonders
auch für Frauen. Jede vierte Britin betrinkt sich regelmäßig, das ist
ein weltweiter Rekord. Die Zahl der tödlichen Lebererkrankungen in
Folge von Alkohol nimmt weiter zu. Vom „Silent Killer“ ist die Rede.
Jörg Winter trifft eine 40-jährige Frau, die eine
Lebertransplantation hinter sich hat, und spricht mit einem ehemals
alkoholkranken Banker, der Einblicke in die Trinkexzesse der Londoner
Finanzwelt gibt.

In Frankreich gilt Wein nach wie vor als nationales Kulturgut, ein
Klischee, von dem sich die jüngere Generation jedoch zunehmend
abwendet. Der Weinkonsum hat im Weinland Frankreich drastisch
abgenommen. Dazu trägt auch ein langsam wachsendes Bewusstsein für
die Gefahren von Alkohol bei. Ein Familienweingut im Languedoc setzt
daher auf die Produktion von alkoholfreiem Wein. Cornelia Primosch
begleitet die Winzer bei der Weinlese und beobachtet, wie sich in der
Weinnation Frankreich ein neuer gesellschaftlicher Trend etabliert.

Island gilt heute als Vorbild, wenn es um erfolgreiche Alkohol-
Prävention bei Jugendlichen geht. In den 1990ern noch berüchtigt für
exzessiven Alkoholkonsum junger Menschen, zeigt das Land inzwischen
ein völlig anderes Bild: Nur noch ein Bruchteil greift regelmäßig zu
Bier, Wein oder Hochprozentigem. Benedict Feichtner schaut sich die
Maßnahmen genauer an, mit denen Island diesen Wandel geschafft hat:
ein Verbot von Alkoholwerbung, beschränkter Verkauf alkoholischer
Getränke und eine strikte Einbindung der Eltern in den
Erziehungsprozess.