Wien (OTS) – Die österreichische Stahlindustrie kämpft mit deutlichem
Gegenwind:
So sanken die Auftragseingänge im Jahr 2024 um 13 Prozent und im
ersten Halbjahr 2025 um weitere vier Prozent. Hohe Energiepreise und
im europäischen Vergleich stark gestiegene Lohnstückkosten
verschärfen den Druck auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Vor diesem Hintergrund sagt Andreas Henckel-Donnersmarck, Obmann des
Fachverbandes Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
und Geschäftsführer der Kärntner Montanindustrie GmbH, zum heute
erzielten Kollektivvertragsabschluss für die Jahre 2025 und 2026: „In
dieser angespannten Lage war ein vernünftiger, tragfähiger Abschluss
unerlässlich. In vielen Gesprächen mit den Gewerkschaften ist es
gelungen, ein gemeinsames Verständnis für den Verlust an
Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein
pragmatischer Kompromiss, der den Beschäftigten Kaufkraft sichert und
den Unternehmen für zwei Jahre Planungssicherheit verschafft – ein
wichtiger Schritt, um den Produktionsstandort zu stabilisieren.“
Zwtl.: Der neue Kollektivvertrag für die Stahlindustrie für 2025
und 2026 – die Eckpunkte:
Ab 1. November 2025 steigen die
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IST-Löhne und -Gehälter um 1,41 Prozent
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Mindestentgelte (Grundstufen) um 2,0 Prozent
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Lehrlingseinkommen um 2,0 Prozent. Daneben wurde eine
Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro vereinbart.
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Zur Sicherung der Kaufkraft hat man sich außerdem auf eine
Einmalprämie von insgesamt 1.000 Euro verständigt. Diese wird in zwei
Tranchen – je 500 Euro pro Jahr für 2025 und 2026 – ausbezahlt.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, diese Beträge in 2 x 2
zusätzliche freie Tage im Zeitraum von November 2025 bis Juni 2026
umzuwandeln.
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Die Aufwandsentschädigungen bleiben unverändert.
Ab 1. November 2026:
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IST-Löhne und -Gehälter: +1,9 Prozent
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Mindestentgelte (Grundstufen): +2,1 Prozent
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Lehrlingseinkommen: +2,1 Prozent
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Aufwandsentschädigung: +2,1 Prozent
Markus Ritter, Verhandlungsleiter des Fachverbandes Bergbau/Stahl
und Geschäftsführer der Stahl- und Walzwerk Marienhütte GmbH,
erklärt: „Dieser Zweijahresabschluss zeigt, dass die
Sozialpartnerschaft lebt und auch in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten tragfähige Ergebnisse ermöglicht. Wir haben eine Lösung
gefunden, die den Beschäftigten verlässliche Einkommenssteigerungen
bringt und gleichzeitig die Betriebe nicht überfordert. Gerade jetzt
ist es entscheidend, gemeinsam den Produktionsstandort Österreich zu
stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“
Zwtl.: Über den Fachverband Bergbau-Stahl in der
Wirtschaftskammer Österreich:
Der Fachverband Bergbau-Stahl vertritt die österreichische Bergbau-
und Stahlindustrie innerhalb der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Die exportorientierte Branche sichert Tausende Arbeitsplätze und
investiert derzeit stark in treibhausgasarme Produktionsverfahren. (
PWK381/JHR)