NE-Metallindustrie setzt auf Stabilität: Zweijahres-KV sichert Standort und bremst Kostenanstieg

Wien (OTS) – Die österreichische Nichteisenmetallindustrie steht vor
großen
Herausforderungen: Die Nachfrage aus der Automobil-, Bau- und
Maschinenbauindustrie ist stark eingebrochen, viele Betriebe arbeiten
mit deutlich geringerer Auslastung. Parallel dazu belasten hohe
Energiepreise und überdurchschnittlich gestiegene Lohnkosten die
internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Gabriele Punz-Praxmarer, Obfrau des Fachverbandes
Nichteisenmetallindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
und Finanzvorständin der Montanwerke Brixlegg AG, sagt zur heute,
Montag, erzielten Einigung auf einen neuen, zwei Jahre lang gültigen
Kollektivvertrag (KV): „Gerade in dieser schwierigen Marktlage war es
entscheidend, dass wir gemeinsam mit den Gewerkschaften einen
sachlichen und zukunftsweisenden Abschluss erreichen konnten. Die
Einigung verbindet moderate, aber nachhaltige Entgeltsteigerungen mit
flexiblen Kaufkraft-Elementen und schafft damit für Unternehmen wie
für Beschäftigte eine verlässliche Perspektive für die kommenden zwei
Jahre.“

Zwtl.: Die Eckpunkte des Zweijahresabschlusses:

Ab 1. November 2025 steigen die

IST-Löhne und -Gehälter um 1,41 Prozent.

Mindestentgelte (Grundstufen) um 2,0 Prozent.

Lehrlingseinkommen um 2,0 Prozent. Daneben wurde eine
Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro vereinbart.

Zur Sicherung der Kaufkraft hat man sich außerdem auf eine
Einmalprämie von insgesamt 1.000 Euro verständigt. Diese wird in zwei
Tranchen – je 500 Euro pro Jahr für 2025 und 2026 – ausbezahlt.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, diese Beträge in 2 x 2
zusätzliche freie Tage im Zeitraum von November 2025 bis Juni 2026
umzuwandeln.

Die Aufwandsentschädigungen bleiben unverändert.

Ab 1. November 2026:

IST-Löhne und -Gehälter: +1,9 Prozent

Mindestentgelte (Grundstufen): +2,1 Prozent

Lehrlingseinkommen +2,1 Prozent

Aufwandsentschädigungen: +2,1 Prozent

Rob van Gils, Verhandlungsleiter des WKÖ-Fachverbandes
Nichteisenmetalle und CEO der Hammerer Aluminium Industries GmbH,
unterstreicht: „Dieser Abschluss ist ein starkes Signal dafür, dass
die österreichische Sozialpartnerschaft auch in schwierigen Zeiten
tragfähig bleibt. In den vergangenen Monaten haben wir in vielen
Gesprächen mit der Gewerkschaft eine gemeinsame Sichtweise auf den
dramatischen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen
entwickelt. Wir schaffen damit faire Einkommen für die Beschäftigten
und gleichzeitig die Planbarkeit, die unsere exportorientierten
Betriebe im internationalen Wettbewerb dringend brauchen. Die
Einigung verdeutlicht, dass eine verlässliche Zusammenarbeit von
Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch unter schwierigen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen tragfähige Lösungen ermöglicht und
damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich nachhaltig
stärkt.“

Zwtl.: Über den Fachverband Nichteisenmetallindustrie in der WKÖ:

Der Fachverband Nichteisenmetallindustrie vereint Betriebe der
Aluminium-, Kupfer-, Zink- und Buntmetallverarbeitung. Die
exportorientierte Branche liefert wesentliche Vorprodukte für
Automobil-, Bau- und Maschinenbauindustrie und ist ein zentraler
Pfeiler der österreichischen Industrie. (PWK382/JHR)