Bundesjugendvertretung zum Weltkindertag: Nachhaltige Bekämpfung von Kinderarmut gefordert

Wien (OTS) – Zum morgigen Weltkindertag ruft die
Bundesjugendvertretung (BJV) die
Bundesregierung dazu auf, die Kinderrechte in Österreich zu stärken –
etwa durch die rasche Einführung der Kindergrundsicherung, wie sie im
Regierungsprogramm festgehalten ist. Nach der Regierungsklausur
Anfang September wurde angekündigt, dass die Kindergrundsicherung
innerhalb der nächsten Monaten erarbeitet werden soll. „Wir erwarten,
dass dem Zeitplan der Regierung auch konkrete Taten folgen. Viele
junge Menschen, Kinder und Familien stehen vor großen finanziellen
Herausforderungen – sie spüren die Folgen der Teuerung und Krisen
tagtäglich“, erklärt BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic.

Jedes fünfte Kind in Österreich von Armut betroffen

Artikel 27 der UN-Kinderrechtskonvention, zu der sich Österreich
verpflichtet hat, sieht vor, das Recht jedes Kindes auf einen
angemessenen Lebensstandard sicherzustellen – von gesunder Ernährung
bis hin zu Bildung. Auch der Nationale Aktionsplan zur Europäischen
Kindergarantie fordert Österreich unter anderem auf, Kinderarmut
gezielt zu bekämpfen.

Die Realität sieht jedoch anders aus: Fast jedes fünfte Kind in
Österreich ist derzeit armutsgefährdet. „Armut in der Kindheit hat
lebenslange Auswirkungen auf Gesundheit, Bildung und
gesellschaftliche Teilhabe. Kein Kind darf in einem wohlhabenden Land
wie Österreich in Armut aufwachsen. Kurzfristige Einmalzahlungen sind
keine Lösung – Kinder brauchen Sicherheit und Perspektiven“, betont
BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.

Einführung der Kindergrundsicherung bis spätestens 2027 gefordert

Dass Maßnahmen im Regierungsprogramm vorgesehen sind, ist ein
erster Schritt. Nun müssen rasch konkrete Schritte folgen. Denn: „Die
wirksame Reduktion von Kinderarmut sichert nicht nur die bestmögliche
Einhaltung der Kinderrechte, sie ist auch eine langfristige
Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, so Visnjic. Die BJV
fordert deshalb, dass die Kindergrundsicherung sowohl finanzielle
Unterstützung als auch Sachleistungen umfasst – und zügig bis
spätestens Anfang 2027 in Kraft tritt. „Es braucht ein umfassendes
und wirksames Modell, das Kinderarmut nachhaltig reduziert.
Kinderrechte dürfen nicht nur auf dem Papier stehen – sie müssen
gelebte Realität sein“, betont Naief.