Wien (OTS) – „Anlässlich des morgigen Welttag des Kindes mögen wir
uns die
Bedeutung der Kinderrechte ins Gedächtnis rufen und uns daran
erinnern, dass diese kein Almosen der Erwachsenen sind, sondern
verbrieftes Recht auf ein gutes, gesundes und sicheres Aufwachsen
junger Menschen“, so Florian Arlt, Vertreter der Steiermark im
bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit.
Junge Menschen haben ein Recht auf Jung-Sein, Unbeschwertheit und
Spaß. Sie brauchen dabei erwachsene Unterstützungs- und
Vertrauenspersonen, auf die sie sich verlassen können. Nicht alle
Kinder und Jugendlichen finden diese Erwachsenen in ihrer Familie.
Zwtl.: Das Recht auf Jugendarbeit
Offene Jugendarbeit stellt niederschwellige, konsumfreie Räume
zur Verfügung, pädagogisch begleitet und mit einem hohen Maß an
Beteiligungsmöglichkeiten. Die Fachkräfte der Offenen Jugendarbeit
sind in den Räumen junger Menschen zugegen: in den Jugendzentren,
Jugendtreffs, im öffentlichen Raum, in Parks, in Einkaufszentren und
nicht zuletzt in den digitalen Räumen.
Offene Jugendarbeit bietet Kindern und Jugendlichen die
Möglichkeit, außerhalb von Schule und Familie wichtige
Lernerfahrungen zu sammeln und Gemeinschaft, Zugehörigkeit und
Beteiligt-Sein erleben zu können. Kinder und Jugendliche in
Entscheidungen einzubinden, von denen sie mittelbar oder unmittelbar
betroffen sind, stärkt deren Persönlichkeit und Entwicklung. Sie
erleben durch ihr Mitwirken Veränderungen und machen die Erfahrung
von Selbstwirksamkeit, ihr Engagement und ihre Eigenverantwortung
werden gefördert, und sie erwerben wesentliche demokratische
Kompetenzen.
Durch den besonders niederschwelligen Ansatz werden auch Kinder
und Jugendliche erreicht, die bildungs- und sozioökonomisch
benachteiligt sind. Damit leistet Offene Jugendarbeit einen
wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration und Teilhabe.
Zwtl.: Jugendarbeit in der Gemeinde
Offene Jugendarbeit ist nicht nur in Städten präsent, sondern
auch und gerade im ländlichen Raum, in kleinen infrastrukturell
benachteiligten Gemeinden.
Martina Steiner, Tirol-Vertreterin im bundesweiten Netzwerk
Offene Jugendarbeit ist seit Jahrzehnten in der kommunalen
Jugendarbeit tätig. Sie hält fest: „Gerade im ländlichen Bereich hat
sich die Offene Jugendarbeit hin zu einer Anlaufstelle für
Jugendthemen entwickelt. Die Fachkräfte wissen um die Bedürfnisse der
Jugendlichen, können sie gezielt erheben und für die Gemeinde
maßgeschneiderte Angebote setzen.“
Diese Flexibilität und Bedarfsorientierung führten in den letzten
10 Jahren zu einem Ausbau von Angeboten der Offenen Jugendarbeit
gerade in ländlichen Regionen. Immer mehr Gemeinden erkannten, dass
kommunale Offene Jugendarbeit eine große Unterstützung für das
Zusammenleben und die Zufriedenheit junger Menschen in der Gemeinde
ist. Der Jugendtreff bzw. die Angebote der Mobilen Jugendarbeit
unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, sich mit der Gemeinde zu
identifizieren und verhindern eine potentielle Abwanderung der
Jugendlichen aus dem ländlichen Bereich.
Jedoch lässt sich derzeit ein eindeutiger Sparkurs im Bereich
Kinder- und Jugendarbeit bemerken. Die angespannte Budgetsituation
führt aktuell dazu, dass sich Länder und Gemeinden dazu entscheiden,
Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit zu kürzen oder gar zu sperren.
Damit werden genau jene Strukturen geschwächt, die jungen Menschen
Begegnungs- und Gestaltungsräume, Begleitung, Halt, Perspektive und
Schutz bieten.
bOJA, das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit vertritt
aktuell 715 Jugendzentren und Einrichtungen der Mobilen
Jugendarbeit/Jugend-Streetwork. Die Einrichtungen der Offenen
Jugendarbeit in Österreich beschäftigen über 2.300 Fachkräfte. Mit
ihren laufenden Angeboten erreichen diese im Schnitt jährlich 15% der
jungen Menschen zwischen 10 und 26 Jahren.