Wien. (OTS) – Über die Medien hat Wiens Vize-Bürgermeisterin und
Bildungsstadträtin
Bettina Emmerling (NEOS) mehr Sprachförderkräfte für die Kindergärten
angekündigt. 79 neue Kolleginnen und Kollegen sollen dafür eingesetzt
werden.
„Diese Meldung sorgt für Wut und Ärger in den Wiener Kindergärten
– und zahlreichen Anrufen bei uns. Denn wer die Ankündigung genauer
liest, merkt sofort, dass da nur mehr oder weniger kreativ mit Zahlen
jongliert wird. Die Stadträtin holt die 79 ‚zusätzlichen‘
Arbeitskräfte aus den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik.
Sprich: 79 ‚normale‘ Pädagog:innen fehlen dann in den Einrichtungen“,
sagt Manfred Obermüller, Vorsitzender der Hauptgruppe 1 in der
younion _ Die Daseinsgewerkschaft.
Obermüller vergleicht das mit dem aktuellsten Verkaufsschmäh aus
der Wirtschaft: „Das ist nichts anderes als ‚Shrinkflation‘ –
allerdings auf Kosten des schon jetzt völlig überlasteten Personals.“
Bei aller Kritik hält Manfred Obermüller aber fest: „Es ist
unbestreitbar, dass die Ausbildung und Anstellung neuer
Sprachförderkräfte ein Schritt in die richtige Richtung ist. Doch die
Tatsache, dass diese Fachkräfte aus dem Pool der ohnehin knappen
Pädagoginnen und Pädagogen rekrutiert werden, zeigt eine
problematische Verschiebung der Prioritäten.“
Der Gewerkschafter abschließend: „Die Stadträtin sollte sich
nicht auf die Medienarbeit konzentrieren, sondern endlich die
brennenden Probleme in der Elementarpädagogik lösen. Mit
Zahlenspielerein kommen wir nicht weiter.“