Zierfuß zu Emmerling: Ehrlich sein! Nur rund 300 Sprachförderkräfte arbeiten Vollzeit im Kindergarten

Wien (OTS) – „Auch wenn Bildungsstadträtin Emmerling weiterhin Äpfel
mit Birnen
vergleicht: Tatsache ist, dass in Wiens Kindergärten im
Kindergartenjahr 2024/25 für 16.824 Kinder mit festgestelltem
Sprachförderbedarf nur rund 300 vollzeitbeschäftigte
Sprachförderkräfte eingesetzt waren. So steht es jedenfalls in ihrer
letzten diesbezüglichen Anfragebeantwortung vom März 2025. Selbst
wenn man die Köpfe zählt, hat man das Ziel von 500
Sprachförderkräften aus der letzten Legislaturperiode klar verfehlt“,
so der der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, Klubobmann Harald
Zierfuß. „Die von Bürgermeister Ludwig noch im Wien-Wahlkampf
versprochenen 1.000 Sprachförderkräfte für die aktuelle
Legislaturperiode haben es gar nicht mehr ins Regierungsprogramm von
SPÖ und Neos geschafft. Die Halbwertszeit von Bürgermeister-
Versprechen ist damit nur kurz. Es bleibt zu hoffen, dass er sich
wenigstens bei der Kindergartenpflicht für 3-Jährige beim
Koalitionspartner durchsetzt“, so Zierfuß.

„Klar ist jedenfalls: In einer Stadt, in der bereits die Hälfte
der Schulanfänger nicht ausreichend Deutsch kann, obwohl zwei Drittel
dieser Kinder hier geboren sind und durchschnittlich zwei Jahre einen
Wiener Kindergarten besucht haben, herrscht Gefahr in Verzug. Wir
können nicht länger dabei zuschauen, wie Generationen von Kindern mit
nicht-deutscher Erstsprache in Wiens Kindergärten zu
außerordentlichen Schülern herangezogen werden“, so Zierfuß. Die
Wiener Volkspartei fordert deshalb bereits seit Mai 2023 eine
Kindergartenpflicht für 3-jährige Kinder mit Deutschförderbedarf.
„Diese muss jedoch mit einer massiven Intensivierung der Qualität der
Deutschförderung in Wiens Kindergärten einhergehen. Es genügt nicht,
die Kinder einfach länger in den Kindergarten zu schicken“, so
Zierfuß, der hier auch auf eine Anfragebeantwortung des ehemaligen
Wiener Bildungsstadtrates Wiederkehr verweist, wonach im
Kindergartenjahr 2023/24 44 Prozent der Kinder mit festgestelltem
Sprachförderbedarf überhaupt keine professionelle Förderung durch
Sprachförderkräfte erhalten haben.

Neben einer verpflichtenden Sprachstandserhebung für alle 3-
Jährigen inklusive der Kindergartenpflicht für jene mit
Deutschförderbedarf sowie einer verpflichtenden Erhöhung der
Besuchspflicht von 20 auf 30 Stunden pro Woche braucht es vor allem
auch die Einführung eines Stufenplans zur Erhöhung des Fachkraft-Kind
-Schlüssels sowie ein C1-Sprachniveau beim gesamten
Kindergartenpersonal. „Seit Einführung des Gratis-Kindergartens in
Wien wurde lediglich Quantität vor Qualität gefördert, und die
notwendige Qualität der Betreuungsleistung und Deutschförderung von
der Stadt Wien nur oberflächlich oder gar nicht kontrolliert. Deshalb
führt auch kein Weg daran vorbei, in Wien die Kindergartenförderung
an die Qualität der Deutschförderung in den Kindergärten zu koppeln.
Nachdem die elementare Bildung in Gesetzgebung und Vollziehung
Landessache ist, braucht Wien hier auch nicht auf Wiederkehr zu
warten. Das ist man den Kindern und ihrer Zukunft in unserer Stadt
schuldig“, so Zierfuß abschließend.