Beruflicher Wiedereinstieg nach Krebs: Statistik-Austria-Studie zeigt Wirksamkeit von Fit2Work und Wiedereingliederungsteilzeit

Wien (OTS) – Als Reaktion auf die heute veröffentlichte Studie der
Statistik
Austria zum Thema „Auswirkungen einer Krebsdiagnose auf die
Erwerbstätigkeit in Österreich“ betonen Arbeits- und
Gesundheitsressort den hohen Stellenwert gezielter arbeitsmarkt- und
gesundheitspolitischer Maßnahmen. Die Ergebnisse zeigen: Ein großer
Teil der Betroffenen schafft es, mit oder nach einer Krebserkrankung
beruflich wieder Fuß zu fassen – unter anderem dank der Angebote
Fit2Work und Wiedereingliederungsteilzeit.

„Gerade nach einer schweren Erkrankung ist ein sicherer,
unterstützter Weg zurück ins Berufsleben entscheidend. Mit der
Wiedereingliederungsteilzeit und dem Programm Fit2Work stellen wir
zwei wichtige Instrumente zur Verfügung, die genau hier ansetzen“,
betont Arbeitsministerin Korinna Schumann. „Die aktuelle Studie
bestätigt, wie wirksam diese Maßnahmen sind: 87 Prozent der
Teilnehmenden sind ein Jahr nach der Wiedereingliederung weiter
beschäftigt, 75 Prozent auch nach fünf Jahren. Das zeigt: Wir
schaffen Perspektiven – sozial, wirtschaftlich und menschlich.“

Für Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig bestätigt die
Studie auch die Stärke des öffentlichen Gesundheitssystems: „Wir
sehen einmal mehr: Gute medizinische Versorgung, psychosoziale
Unterstützung und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen können gemeinsam
ermöglichen, dass Menschen nach einer schweren Diagnose wieder am
Erwerbsleben teilhaben. Das ist nicht selbstverständlich – und genau
das macht unser solidarisches Modell so wertvoll.“

Zwtl.: Ergebnisse der Studie und politische Maßnahmen im Überblick

Laut der Studie erhalten jährlich rund 8.500 erwerbstätige
Personen in Österreich eine Krebsdiagnose. Rund 400.000 Menschen
leben aktuell mit einer Krebsdiagnose, viele von ihnen im
erwerbsfähigen Alter. Die berufliche Wiedereingliederung nach einer
Krebserkrankung betrifft nicht nur die individuelle Lebenssituation,
sondern erfordert abgestimmte Maßnahmen auf mehreren Ebenen – von der
medizinischen Versorgung bis zu arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Die Wiedereingliederungsteilzeit (WIETZ) wurde 2017 eingeführt
und ermöglicht eine stufenweise Rückkehr in den Job nach längeren
Krankenständen – mit sozialer Absicherung, medizinischer Begleitung
und betrieblicher Vereinbarung. Fit2Work unterstützt Menschen mit
gesundheitlichen Beeinträchtigungen frühzeitig dabei, ihre
Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dabei wird auf
individuelle Begleitung, Case Management und Beratung auch für
Betriebe gesetzt.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass berufliche
Wiedereingliederung nach einer Krebserkrankung nicht nur individuelle
Faktoren betrifft, sondern durch strukturelle Rahmenbedingungen
wesentlich mitbestimmt wird: Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr
ins Erwerbsleben hängt davon ab, ob medizinische Versorgung,
Rehabilitationsangebote und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wirksam
zusammenspielen.

Krebs betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen – immer
häufiger erhalten auch Jüngere diese Diagnose. Das österreichische
Krebsrahmenprogramm, das derzeit überarbeitet wird, trägt dieser
Entwicklung Rechnung: Künftig werden Themen wie Leben mit und nach
Krebs sowie berufliche Wiedereingliederung stärker darin integriert.
Ziel ist es, medizinische Versorgung, Rehabilitation, psychologische
Unterstützung und Arbeitsmarktintegration besser zu verzahnen.

Die Studie der Statistik Austria wurde vom Bundesministerium für
Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz beauftragt
und zeigt erstmals detailliert, wie sich unterschiedliche Formen von
Krebs auf die Erwerbstätigkeit auswirken.