Österreich (OTS) – Die Österreichische Gesellschaft für
Unfallchirurgie (ÖGU)
unterstützt nachdrücklich die rasche Einführung einer Helmpflicht für
E-Bikes und E-Scooter. Das Vorhaben des Verkehrsministers findet
damit breite Zustimmung unter Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen.
Die Nutzung von E-Scootern und E-Bikes boomt. Im Unterschied zu
Mopeds oder Motorrädern, für die bereits eine Helmpflicht gilt,
dürfen diese Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h
derzeit noch ohne Helm gefahren werden.
Das birgt ein erhebliches Risiko: Schwere Schädel-Hirn-Traumata
sind häufige Unfallfolgen und können lebenslange Behinderungen oder
sogar den Tod nach sich ziehen. Allein im Jahr 2024 starben in
Österreich zwanzig Menschen bei Unfällen mit E-Bikes und sieben bei
Unfällen mit E-Scootern – die meisten ohne Helm.
Gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit spricht sich
die ÖGU daher klar für eine Helmpflicht bei E-Bikes und E-Scootern
aus und fordert deren rasche Umsetzung.
„Als Ärztinnen und Ärzte in der Unfallversorgung sehen wir
täglich die dramatischen Folgen solcher Unfälle. Viele der schwersten
Verletzungen könnten durch das Tragen eines Helms verhindert werden“,
betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Kambiz Sarahrudi, Präsident der ÖGU und
Leiter der Klinischen Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am
Universitätsklinikum Wiener Neustadt.
Auch Prim. Priv.-Doz. Dr. Vinzenz Smekal, Past-Präsident der ÖGU
und Primar am Unfallkrankenhaus Klagenfurt, unterstreicht: „In
Unfallkrankenhäusern und Rehabilitationszentren wird Hervorragendes
für die Opfer geleistet. Doch besser als jede Behandlung ist der
bestmögliche Schutz. Deshalb fordern wir die rasche Einführung einer
Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter.“
Prim. Prof. Dr. Christian Kammerlander, Prä-Präsident der ÖGU und
Primar am Unfallkrankenhaus Steiermark, verweist zudem auf den hohen
Nutzen: „Es gibt kaum eine vergleichbare Maßnahme, die mit so
geringem Aufwand einen derart großen – auch finanziellen – Effekt für
das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft erzielt.“ Im
Mittelpunkt steht jedoch die Gesundheit der Menschen. „Eine
Helmpflicht verhindert unnötiges Leid für Unfallopfer und deren
Familien. Sie rettet Leben – und sollte daher besser heute als morgen
eingeführt werden.“