Wien (OTS) – Der 21. September steht seit 1994 weltweit im Zeichen
von Alzheimer
und sensibilisiert für die Herausforderungen von Betroffenen und
deren Angehörigen. In Österreich leben aktuellen Schätzungen zufolge
rund 150.000 Menschen mit einer Demenzform, wobei Alzheimer die
häufigste ist. Trotz Diagnose ist es heute möglich ein langes
selbstbestimmtes Leben zu führen – entscheidend ist die rechtzeitige
Abklärung der Symptome.
Zwtl.: Gedächtnisambulanz Hietzing: Von der Anamnese zur fundierten
Diagnose
Im Wiener Gesundheitsverbund bieten sowohl das AKH, die Klinik
Landstraße als auch die Klinik Hietzing spezialisierte
Gedächtnisambulanzen an, wo Patient*innen aller Altersgruppen mit
unterschiedlichsten kognitiven Störungen behandelt werden. Nach der
Erstabklärung durch Hausärzt*in und Fachärzt*in, erfolgt die genaue
Abklärung bis zur gesicherten Diagnose in mehreren Schritten in der
Gedächtnisambulanz. „Nur mit einer sicheren Diagnose können wir die
bestmögliche Therapie einleiten. Wir empfehlen deshalb: Nehmen Sie
erste Anzeichen unbedingt ernst und handeln Sie!“, so Agnes Pirker-
Kees, Leiterin der Gedächtnisambulanz und interimistische
Abteilungsvorständin der Neurologischen Abteilung der Klinik
Hietzing.
Zwtl.: Bewährte und neue Therapiechancen: Amyloid-Antikörper-Therapie
Neben bewährten Medikamenten steht seit kurzem die Amyloid-
Antikörper-Therapie zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf der
Alzheimer-Demenz um bis zu 30 Prozent verlangsamen kann. In Europa
ist mit Lecanemab ein solcher Wirkstoff zugelassen. Allerdings ist
die Amyloid-Antikörper-Therapie nur für Personen mit gesicherter
Alzheimer-Demenz in sehr frühen Stadien möglich. Der Wirkstoff ist
zudem nicht für jede Person geeignet und ruft mitunter auch starke
Nebenwirkungen hervor. Unabhängig davon stehen bereits bewährte
Medikamente zur Verfügung, welche den Krankheitsverlauf ebenfalls
verlangsamen können. In der Gedächtnisambulanz wird fallabhängig
geprüft, welche Therapie die richtige ist. Außerdem betont die
Expertin die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes: „Wir haben
heute Medikamente, die tatsächlich etwas bewegen, aber sie sind kein
Allheilmittel. Die Kombination aus Diagnostik, Therapie und
psychosozialer Unterstützung ist entscheidend.“ So werden auch die
Angehörigen bei der Behandlung aktiv eingebunden und es wird auf
deren Entlastung geachtet.
Zwtl.: Prävention: Was jeder selbst tun kann
Nicht zu unterschätzen ist außerdem die entscheidende Rolle der
Prävention für den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten und der
Hirngesundheit. Für ganze 40 Prozent der Demenzerkrankungen sind 12
Risikofaktoren verantwortlich – und diese sind von uns beeinflussbar.
Agnes Pirker-Kees unterstreicht: „Bewegung, soziale Kontakte,
geistige Herausforderungen – das alles trainiert unsere kognitive
Reserve, auf die wir zeitlebens ‚einzahlen‘ und die dem Gehirn später
hilft, Defizite auszugleichen.“ Auch Ernährung und Verzicht auf
Rauchen und Alkohol, sowie eine gute Kontrolle von Blutdruck,
Blutzucker und Gewicht spielen eine wichtige Rolle. „Es ist nie zu
spät, mit diesen Maßnahmen zu starten, aber je früher, desto besser.“
Weiterführende Informationen zu den Gedächtnisambulanzen im
Wiener Gesundheitsverbund entnehmen Sie bitte diesen Links:
–
Gedächtnisambulanz Klinik Hietzing
https://klinik-hietzing.gesundheitsverbund.at/leistung/ambulanz-der-
neurologischen-abteilung/
–
Ambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen AKH Wien
https://www.akhwien.at/default.aspx?pid=209
–
Gedächtnisambulanz Klinik Landstraße
https://klinik-
landstrasse.gesundheitsverbund.at/leistung/neurologische-ambulanz/