Wien (OTS) – Mit der neuen „Orientierungshilfe für unmündige
Intensivtäter*innen“
erweitert die Stadt Wien ihr differenziertes Angebot für Kinder,
Jugendliche und Familien. Die Maßnahme wurde im Rahmen des 5-Punkte-
Programms zur Vermeidung delinquenter Verhaltensweisen Minderjähriger
von der Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendkriminalität entwickelt.
Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling
präsentierte die innovative Orientierungshilfe heute gemeinsam mit
Johannes Köhler, Abteilungsleiter der Wiener Kinder- und Jugendhilfe,
sowie Christian Reiner, Geschäftsführer von Rettet das Kind. Ziel ist
es, Minderjährige und ihre Familien in schwierigen Situationen
frühzeitig zu unterstützen und neue Perspektiven aufzuzeigen, bevor
sich problematische Entwicklungen verfestigen.
Dabei betonte die Vizebürgermeisterin, dass es um die Sicherheit
und den Schutz von jungen Menschen – Kinder und Jugendliche, die
leider oft eine Gefahr für sich selbst und die Bevölkerung darstellen
würden: „Zu Recht ist in den letzten Monaten eine Diskussion
entbrannt, mit welchen Maßnahmen man auf strafunmündige Intensivtäter
*innen reagiert. Ich bin froh, dass sich derzeit eine Arbeitsgruppe
im Justizministerium mit dem politischen Auftrag beschäftigt, eine
gesetzliche Grundlage für eine Anhaltung in einer geschlossenen,
sozialpädagogischen Einrichtung zu schaffen. Darauf wollen wir aber
nicht warten und erweitern entsprechend unser Angebot mit der neuen
Maßnahme der Orientierungshilfe. Jeder Euro, den wir heute in Kinder-
und Jugendhilfe investieren, spart uns morgen vielfache Kosten im
Justiz- oder Gesundheitssystem“, so Emmerling. Daher baut Wien
innovativen Ansätze weiter aus, damit mehr Kinder von
unterschiedlichen Angeboten profitieren können.
Orientierungshilfe gibt Perspektiven mehr Sicherheit
Emmerling betonte: „Kinderschutz und höchste Qualitätsstandards
sind unsere oberste Priorität. Wir wollen, dass alle Kinder in Wien
geschützt aufwachsen können – und, dass alle Menschen in unserer
Stadt sicher leben. Intensive Unterstützung für strafunmündige
Intensivtäter*innen in herausfordernden Lebenslagen ist dabei
entscheidend. Mit der Orientierungshilfe setzen wir genau dort an.“
WKJH als Garantin für Kinderschutz
Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (WKJH) ist die größte
Kinderschutzorganisation Österreichs und arbeitet nach strengsten
Standards. Abteilungsleiter Johannes Köhler erklärte:
„Die Orientierungshilfe ist eine weitere Kinderschutzmaßnahme,
die unser Portfolio erweitert und damit eine noch treffsicherere
Arbeit ermöglicht. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit anderen
Abteilungen der Stadt Wien entwickelt und ist eine von fünf zentralen
Maßnahmen des Wiener Programms.“
Köhler betonte zudem die Rolle der WKJH: „Wir sind Garantin für
den Kinderschutz in Wien. Unsere Verantwortung ist es,
sicherzustellen, dass alle Maßnahmen den gesetzlichen sowie den
internen Kinderschutzvorgaben entsprechen.“
Umsetzung durch „Rettet das Kind“
Mit der praktischen Umsetzung der Maßnahme wurde Rettet das Kind,
Wien betraut. Geschäftsführer Christian Reiner hob hervor: „Wir
arbeiten im Auftrag der WKJH. Unsere Methoden reichen von
Fallanalysen über familienorientierte Interventionen bis hin zu
intensiver Netzwerkarbeit. Die Orientierungshilfe Wien unterstützt
Kinder im Buddysystem bei Themen wie Gewalt, Vernachlässigung oder
herausfordernden Lebenssituationen. Die Buddys – ausgebildete
Sozialpädagog*innen und Sozialarbeiter*innen – begleiten die Kinder
in ihren Sozialräumen und unterstützen sie dabei, neue Strategien im
Umgang mit problematischem Verhalten zu entwickeln. So können wir
Kinder gezielt stärken und ihnen Sicherheit in schwierigen
Lebenslagen geben.“
Wien geht neue Wege im Kinderschutz
Mit der „Orientierungshilfe für unmündige Intensivtäter*innen“
setzt Wien auf ein frühzeitiges, individuell zugeschnittenes
Unterstützungsangebot. Damit wird ein weiterer wichtiger Baustein des
Wiener Kinderschutzprogramms umgesetzt – mit dem klaren Ziel, allen
Kindern faire Chancen und ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen.