Ars Docendi 2025: Staatspreis für exzellente Lehre an Bernhard Gwiggner

Salzburg (OTS) – Der bildende Künstler und Kunstpädagoge Ao.
Univ.-Prof. MMag.
Bernhard Gwiggner wurde gestern mit dem Ars Docendi-Staatspreis 2025
für exzellente Lehre in der Kategorie forschungsbezogene bzw.
kunstgeleitete Lehre ausgezeichnet. Prämiert wurde das
interdisziplinäre Kooperationsprojekt „tradition2go: zwischen kultur
und wahnsinn“, das im Studienjahr 2023/24 in Zusammenarbeit der
Bildhauereiklasse der Universität Mozarteum (Bildnerische Erziehung)
mit dem Salzburg Museum realisiert wurde. Anlass war die
Jubiläumsausstellung „Masken, Trachten, Kultobjekte – 100 Jahre
volkskundlich sammeln“ im Salzburger Monatsschlössl Hellbrunn.

Im Zentrum stand eine umfassende künstlerische und theoretische
Auseinandersetzung von Studierenden mit volkskundlichen Objekten und
deren Bedeutung für Gegenwart, Identität und gesellschaftliche
Diskurse. Neben eigenen künstlerischen Interventionen im Hellbrunner
Park entwickelten die Studierenden auch ein digitales
Vermittlungsformat: Über Augmented Reality wurde der Parcours
erweitert und das Publikum zur aktiven Interaktion eingeladen.

Das Projekt ermöglichte Lehramtsstudierenden einen tiefen
Einblick in die komplexen Abläufe eines Museumsbetriebs – von
kuratorischen Entscheidungen über Genehmigungsverfahren bis hin zu PR
– und Vermittlungsstrategien. So entstand ein einzigartiger Lernraum,
der künstlerische Praxis, wissenschaftliche Reflexion und
pädagogische Relevanz miteinander verbindet.

Bernhard Gwiggner betont:
„Die Studierenden haben nicht nur ihre eigene künstlerische Haltung
weiterentwickelt, sondern auch erfahren, was es heißt, Kunst im
öffentlichen Raum zu verhandeln und in gesellschaftliche Prozesse
einzubringen. Diese Erfahrungen sind für die spätere Tätigkeit als
Lehrperson von unschätzbarem Wert.“

Das Projekt wurde von einem engagierten Team aus Lehrenden der
Bildhauereiklasse (Bernhard Gwiggner, Reinhard Gupfinger, Christel
Kiesel, Anna Engl) sowie Partner*innen des Salzburg Museum (
Direktion: Martin Hochleitner, Leitung Volkskunde Museum: Anna Engl)
begleitet.

Die künstlerischen Arbeiten waren von 4. Mai bis 23. Juni 2024 im
Hellbrunner Park zu sehen und wurden von zahlreichen Besucher*innen
begeistert aufgenommen. Ein begleitendes Booklet, ein
Dokumentationsvideo und die interaktive AR-Erweiterung
„tradition2go_extended“ sichern die Nachhaltigkeit des Projekts.

Mit der Auszeichnung würdigt das Bundesministerium für Frauen,
Wissenschaft und Forschung eine Lehrinnovation, die beispielhaft
zeigt, wie Kunst, Wissenschaft und Bildung gemeinsam Zukunft
gestalten können. 177 Einreichungen, über 400 Lehrende, 53
Hochschulen – so groß war die Resonanz auf den Staatspreis für
exzellente Lehre ‚Ars Docendi 2025‘, den das Wissenschaftsministerium
seit 2013 verleiht.

Zwtl.: Kurzbiografie Bernhard Gwiggner

Bernhard Gwiggner ist bildender Künstler und lebt in Salzburg. Er
studierte Kunstpädagogik in Salzburg und Bildhauerei in Wien. Ab 1994
war er Assistent für Bildhauerei an der Universität Mozarteum
Salzburg; 2017 bis 2020 hatte er die Gründungsprofessur für
Künstlerische Praxis der Universität Mozarteum am Standort Innsbruck
inne; seit seiner Habilitation 2022 leitet er die Bildhauerei an der
Universität Mozarteum in Salzburg.

Als bildender Künstler setzt er sich multimedial (Zeichnung,
Video, Objekt, Installation, Kunst im öffentlichen Raum) und
teilweise unter Einbezug partizipativer Vorgangsweisen u.a. mit dem
Nationalsozialismus auseinander.