Wien (OTS) – Im Oktober und hauptsächlich im Dezember starten in vier
Bundesländern 400 neue Polizeischülerinnen und Polizeischüler in ihre
zweijährige Ausbildung. Damit wird nicht nur auf die steigenden
Anforderungen im Sicherheitsbereich reagiert, sondern auch
sichergestellt, dass der aktuelle Höchststand an Polizeibediensteten
nachhaltig abgesichert bleibt.
Innenminister Gerhard Karner: „Noch nie zuvor gab es
österreichweit so viele Polizeibedienstete wie heute – bundesweit
haben wir derzeit einen noch nie dagewesenen Höchststand. Die
Aufnahmen im Dezember belegen klar: Die Kritik am angeblichen
Personalmangel ist unberechtigt. Wir investieren laufend in die
Ausbildung und können die erwarteten Abgänge eins zu eins
kompensieren.“
Fokus auf Polizei Wien
Im Dezember sind in Wien bis zu zehn Klassen für die polizeiliche
Grundausbildung eingeplant, um bis zu 250 zusätzliche Polizistinnen
und Polizisten für die Bundeshauptstadt auszubilden.
In Niederösterreich starten zwei Lehrgänge: Bereits im Oktober
beginnt eine Klasse mit 25 Kursplätzen für Grenzpolizeiassistentinnen
und -assistenten. Zusätzlich wird es im Dezember eine Klasse mit 25
Kursplätzen für die polizeiliche Grundausbildung geben. Auch in
Oberösterreich starten zwei Klassen und in Tirol startet eine Klasse
mit jeweils 25 Polizeischülern.
Alle anderen Landespolizeidirektionen haben derzeit – mit
Berechnung der voraussichtlichen Lage in zwei Jahren (Dauer der
Ausbildung) – keinen besonderen Bedarf, der zum jetzigen Zeitpunkt
kompensiert werden muss. Im kommenden Jahr wird es hingegen bereits
im März, so die derzeitige Vorausplanung, wieder in etlichen anderen
Bundesländern neue Klassen geben.
25 Sonderplätze für Flughafen
In Niederösterreich ist ein spezieller Lehrgang vorgesehen,
dessen Absolventinnen und Absolventen nach Abschluss am Flughafen
Wien-Schwechat eingesetzt werden. Diese Klasse umfasst 25 Kursplätze
im fremden- und grenzpolizeilichen Bereich und steht im unmittelbaren
Zusammenhang mit der Einführung des EU-weiten Entry/Exit-Systems.
Insgesamt haben bis Anfang September 1.119 Polizeischülerinnen
und Polizeischüler ihre zweijährige Ausbildung begonnen. Durch die
bevorstehenden Aufnahmen im Dezember werden mehr als 1.500
Polizeischüler allein heuer aufgenommen. Im nächsten Jahr sind
ebenfalls rund 1.500 Ausbildungsplätze für den Start in die
Polizeikarriere vorgesehen. Derzeit befinden sich ca. 3.800
Polizeischülerinnen und Polizeischüler in den Bildungszentren. Sie
verstärken bereits während ihrer Ausbildung (2. Phase) den
uniformierten Streifendienst.
Wie funktioniert die Kalkulation?
Die Polizei bildet anlassbezogen aus, also dann, wenn ein
Nachbesetzungsbedarf erkannt wird – in den meisten Fällen bei einer
Versetzung einer Person in den Ruhestand. Da es aber einen Korridor
von mehreren Jahren gibt, wann der Ruhestand angetreten werden kann,
kalkulieren die Personalabteilungen gezwungenermaßen mit einem hohen
Unsicherheitsfaktor, der aufgrund der zweijährigen Ausbildung – die
vor jeder Nachbesetzung passieren muss – verkompliziert wird.
In der Bundespolizeidirektion, wo alle Kalkulationen
zusammenlaufen, wird deshalb alle drei Monate eine Neuevaluierung
dieses antizipierten Personalbedarfs durchgeführt, da sich die
Informationslage laufend ändert. Das ist der Grund, warum es
regelmäßig zu Änderungen bei Aufnahmen/Polizeiausbildungsklassen in
Stärke und Anzahl kommt.