Auftakt für Trashbusters-Städtetour: Aktion für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum

Wien (OTS) – Laut einer aktuellen Umfrage stört kein Alltagsproblem
die Menschen
in Österreich so sehr wie Müll auf Straßen, in Parks und in der
Natur. Tatsächlich belastet Littering – das achtlose Wegwerfen von
Müll im öffentlichen Raum oder der Natur – nicht nur die Umwelt,
sondern auch das Zusammenleben. Die Initiative ÖSTERREICH SAMMELT
startet deshalb eine Infotour der besonderen Art. Der Auftakt fand im
Wiener Burggarten mit Umweltminister Norbert Totschnig und Stadtrat
Jürgen Czernohorszky statt.

Wie groß die Belastung durch Littering tatsächlich ist, zeigen
messbare Folgen: Konservative Schätzungen gehen alleine in Österreich
von rund drei Milliarden achtlos weggeworfene Zigarettenstummeln pro
Jahr aus (Umweltbundesamt 2020). Laut Studien kann jede einzelne
Zigarette bis zu 60 Liter Wasser verunreinigen. Auch gelitterte
Kunststoffe stellen ein großes Problem dar, sie zersetzen sich zum
Teil erst nach Jahrzehnten und werden dabei langsam zu Mikroplastik,
das Böden, Gewässer, Tiere und letztlich auch uns Menschen belastet.
Neben den Umweltschäden entstehen hohe Kosten: Allein in den
Österreichischen Bundesgärten ist pro Standort eine Person ganztags
damit beschäftigt, den Müll einzusammeln und zu entsorgen. Auf ganz
Österreich hochgerechnet verursacht das Kosten in Millionenbeträge.

„Abfall gehört in den Mistkübel, nicht in unsere Natur, Parks
oder auf unsere Felder“, betont Umweltminister Norbert Totschnig.
„Dank dem Einwegpfand sind Getränkeverpackungen kein großes Problem
mehr. Doch es bleiben noch andere Abfälle wie Coffee-to-go-Becher
oder Zigarettenstummel, die weiterhin viel zu oft dort landen, wo sie
einfach nicht hingehören. Halten wir alle gemeinsam unsere Natur und
Umwelt sauber. “

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky: „Wien ist eine der saubersten
und lebenswertesten Großstädte weltweit: Das ist kein Zufall, sondern
das Ergebnis umfassender Maßnahmen, die wir als Stadt vorausschauend
gesetzt haben – dazu tragen aber auch die Wienerinnen und Wiener
selbst bei. Aktionen wie diese setzen genau dort an, wo viele
Menschen zusammenkommen – und machen sichtbar, was sonst oft
übersehen wird.“

Zwtl.: Umfrage: Littering regt auf

Auch gesellschaftlich sorgt das Thema für Unmut: In einer
aktuellen, repräsentativen Umfrage des Market Instituts im Auftrag
der Initiative ÖSTERREICH SAMMELT gaben 55 Prozent der Befragten an,
dass sie sich „sehr“ über Müll im öffentlichen Raum ärgern, weitere
29 Prozent zumindest „etwas“. Kein anderes Alltagsproblem wurde
häufiger genannt. Zum Vergleich: Auf Platz zwei der Alltagsärgernisse
landet „sich ungerecht behandelt fühlen“ (50 Prozent).

Gleichzeitig geben 49 Prozent an, selbst bereits Zigaretten,
Kaugummis oder Essensreste im öffentlichen Raum zurückgelassen zu
haben.

Zwtl.: Start der Trashbusters-Tour

Diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Verhalten nimmt
ÖSTERREICH SAMMELT zum Ausgangspunkt für eine neue Aktion: Ab sofort
besucht die Initiative bei einer kreativen Mitmach-Tour die
Landeshauptstädte, zunächst Wien, Linz, Innsbruck und Salzburg.

„ Gerade in städtischen Gebieten ist das Aufkommen von unachtsam
weggeworfenen Abfällen besonders hoch. Deshalb gehen wir dorthin, wo
viele Menschen unterwegs sind und Littering greifbar wird: in Parks,
auf Gehsteigen oder an belebten Plätzen “, erklärt Andreas Pertl,
Sprecher der Initiative ÖSTERREICH SAMMELT.

Zum Einsatz kommen dabei die sogenannten Trashbusters: lebendige
Mistkübel, die direkt mit den Menschen interagieren. Sie richten
einen „Müll-Tatort“ ein: mit Absperrband, Kreideumrissen und echten
Müllfundstücken, und laden Menschen vor Ort in der Rolle von „Müll-
Ermittlerinnen“ und „Müll-Ermittlern“ zum Mitmachen ein. Auf
spielerische Weise vermitteln sie Informationen gegen Littering, zur
richtigen Müllentsorgung und -trennung. Unterstützt werden sie dabei
von der jeweiligen kommunalen Abfallberatung.

Pertl: „Wir wollen das Problem dort thematisieren, wo es
entsteht, aber auf eine Weise, die zum Nachdenken anregt, ohne zu
belehren.“

Zwtl.: Auftakt mit Umweltminister Totschnig und Klimastadtrat
Czernohorszky

Offiziell gestartet wurde die Tour im Wiener Burggarten mit
Umweltminister Norbert Totschnig und Wiens Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky. Fachliche Unterstützung kam von der Abfallberatung der
Wiener MA 48. Gemeinsam mit den Trashbusters und zahlreichen
Besucherinnen und Besuchern machten sie auf das Problem Littering
aufmerksam und setzten ein Zeichen für mehr Verantwortung im
öffentlichen Raum.

Die nächsten Stationen der Trashbusters-Tour: 12. September in
Linz, 18. September in Innsbruck, 19. September in Salzburg.

Zwtl.: Über ÖSTERREICH SAMMELT

Die Initiative ÖSTERREICH SAMMELT informiert über alle Themen
rund um das Vermeiden, Trennen, Sammeln und Recyceln von Verpackungen
und schafft Bewusstsein, um das achtlose Wegwerfen von Abfällen in
unserer Umwelt zu verhindern. Organisatorin von ÖSTERREICH SAMMELT
ist die Verpackungskoordinierungsstelle (kurz VKS), ein
Tochterunternehmen des Umweltbundesamtes (UBA) im Wirkungsbereich des
Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

Träger der Initiative sind die in Österreich genehmigten Sammel-
und Verwertungssysteme für Verpackungen:

ARA – Altstoff Recycling Austria AG

Austria Glas Recycling GmbH

Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH & Co. KG

European Recycling Platform (ERP) Austria GmbH

Interzero Circular Solutions Europe GmbH

Reclay Systems GmbH