GLOBAL 2000: Österreich hat ein wachsendes Müll-Problem

Wien, am 11.September (OTS) – Österreich produziert so viel Abfall
wie kein anderes EU-Land:
Jährlich fallen pro Kopf 782 kg Siedlungsabfälle an – Tendenz
steigend. 1995 waren es noch 437 kg. Gleichzeitig liegt unser
Rohstoffverbrauch weit über den planetaren Grenzen. Statt der
angestrebten sieben Tonnen pro Jahr und Person sind es aktuell
dreimal so viel, rund 20 Tonnen. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL
2000 analysiert in der Faktensammlung “ Schöner ohne Müll – Wie
kommen wir raus aus der Wegwerfspirale? “ Österreichs Müll-Problem.
„Wir stecken mitten in einer Wegwerfspirale: Von Fast Fashion bis zu
Einweg-E-Zigaretten wächst der Müllberg rasant. Recycling allein kann
das Problem nicht lösen. Wir müssen daher den Ressourcenverbrauch
reduzieren, dann packen wir das Problem an den Wurzeln“, weiß Anna
Leitner, Sprecherin für Ressourcen und Autorin der Faktensammlung.

Täglich 108 Jumbo-Flieger mit Billigwaren

Plattformen wie Shein oder Temu starten täglich 108 Jumbo-
Frachtmaschinen voller Billigware in die Welt. Die Folgen: Müllberge
wachsen, wertvolle Ressourcen wie Lithium, Kobalt und seltene Erden
gehen verloren. Die Kosten für die Entsorgung der Müllberge tragen
wiederum die österreichischen Steuerzahlenden über die
Kommunalabgaben. „Österreich braucht rasch ein Verbot von Wegwerf-
Vapes, ein ambitioniertes Anti-Fast-Fashion-Gesetz, die rasche
Umsetzung des Rechts auf Reparatur und verbindliche Ziele zur
Reduktion des Ressourcenverbrauchs. Müll ist kein Naturgesetz,
sondern eine Frage der politischen Prioritäten“, betont Leitner.

Stagl fordert Umdenken

WU-Ökonomin Sigrid Stagl verlangt ein stufenweises Umdenken des
aktuellen Wirtschaftssystems, das klar auf Wachstum ausgelegt ist.
„Wenn wir aufhören wollen, so viele Ressourcen zu verschwenden,
müssen wir beim Kern des Problems anfangen: den Regeln unserer
Wirtschaft. Diese Regeln sollen so sein, dass es für alle einfacher
wird, die Umwelt zu schützen. Dafür brauchen wir klare Pläne, wie wir
klimaneutral werden und Materialien immer wieder nutzen können. Wir
müssen die Spielregeln so ändern, dass umweltfreundliches Handeln der
einfachste Weg ist. Dann schaffen wir den Umbau.“

Silberstreif am Horizont

Trotz der alarmierenden Müll-Entwicklung gibt es Grund zur
Hoffnung: Das Einwegpfandsystem reduziert den Müll in der Natur,
Initiativen wie der Reparaturbonus zeigen, dass nachhaltiges
Verhalten in der Bevölkerung breite Unterstützung findet. „Österreich
hat die Chance, Vorreiter einer echten Kreislaufwirtschaft zu werden
– für Umwelt, Klima und ein gutes Leben für alle“, so Leitner
abschließend.

– Die Faktensammlung zum Download

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