Erstes Groß-Salzspeicher-Projekt Burgenlands in Apetlon in Betrieb genommen

Apetlon (OTS) – „Wir haben uns im Burgenland ein wichtiges Ziel
gesetzt: Wir werden
bis 2030 eine der ersten Regionen der Welt sein, die bilanziell
energieunabhängig und klimaneutral ist. Dafür setzen wir auf unseren
Fleiß beim Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen und wir setzen
auf die burgenländische Innovationskraft: Deshalb nutzen wir auch
moderne Salzspeicher, um saubere Energie zu speichern. Vom
Speicherausbau im Burgenland kann auch jeder einzelne Burgenländer
und jede Gemeinde durch den Fanclub Burgenland Energieunabhängig
profitieren“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Mittwoch bei
der Eröffnung und Inbetriebnahme des ersten Salzspeichers in Apetlon.

Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann-Stellvertreterin
unterstrich, dass so die Energieunabhängigkeit in den Gemeinden und
auch bei den Privaten vorangetrieben werde. „Was heute in Apetlon
beginnt, kann morgen in vielen Gemeinden und in vielen Haushalten
möglich sein: günstige und saubere Energie aus Wind- und Sonnenkraft
umweltfreundlich zu speichern. Die Gemeinden profitieren von
niedrigen Kosten und auch viele Haushalte im Burgenland können sich
damit von den Schwankungen auf den Energiemärkten unabhängig machen.“

„Erneuerbare Energie zu speichern und damit vor Ort zu verwenden,
ist uns für die Versorgungssicherheit so wichtig, dass wir es als
Bundesland fördern. Sowohl für klassische Speicher als auch für den
Salzspeicher gibt es im Burgenland eine Speicherförderung von bis zu
100 Euro pro Kilowattstunde. Das ist ein Anreiz, der leider bei den
aktuellen Plänen im Bund nicht vorkommt und dringend notwendig wäre“,
so Doskozil und Haider-Wallner.

„Als Gemeinde ist es für uns ein großer Schritt. Schon in den
letzten Wochen wurde in Apetlon fleißig gebaut und wurden PV-Anlagen
errichtet, damit unsere Gemeindegebäude nicht nur Strom brauchen,
sondern auch Strom produzieren. Mit dem umfangreichen
Energieunabhängigkeitspaket der Burgenland Energie für unsere
Gemeinde kommen wir von 25 Prozent Energieunabhängigkeit auf über 70
Prozent“, so Silvia Pitzl, Bürgermeisterin von Apetlon. Damit diese
Energie auch optimal im Ort bleibe, habe man sich sehr bald für eine
Speicherlösung entschieden. „Die Variante mit einem großen
Salzspeicher war dann noch einmal besonders attraktiv, weil es die
Innovationskraft unseres Projektes betont.“ Insgesamt werden in
Apetlon 19 Projekte – von der Dachphotovoltaik über den Speicher mit
Notstromfunktion, Luftwärmepumpen, Ladestationen für die Elektro-
Mobilität bis zum Wechsel der Straßenbeleuchtung auf LED – umgesetzt,
womit nachhaltig die Stromkosten durch die Eigenproduktion gesenkt
werden können.

„Nach der Windphase und der Photovoltaikphase starten wir im
Burgenland jetzt die dritte Phase: Den Speicherausbau. Um ein
nachhaltiges, sicheres und leistbares Energiesystem für unser
Burgenland für Generationen zu gewährleisten“, so Stephan Sharma, CEO
der Burgenland Energie. Auch im Bereich der Speicher ist Burgenland
Energie innovativer Vorreiter. „Wir planen aktuell für drei
Anwendungsbereiche – Öffentlichkeit, Haushalte und Unternehmen – drei
verschiedene Technologien einzusetzen. Im öffentlichen Bereich
arbeiten wir an einer weltweiten Innovation: einem organischen Solid-
Flow-Speicher, wo weltweit das erste Pilotprojekt in Schattendorf
steht und laufend in Richtung Marktreife vom deutschen
Technologiepartner CMBlu weiterentwickelt wird. Parallel dazu werden
wir in allen Anwendungsbereichen den bereits etablierten Lithium-
Ionen-Batteriespeicher nutzen. Insbesondere vor dem Hintergrund, bis
2030 unser Energieunabhängigkeitsziel zu erreichen. Mit dem
neuartigen Salzspeicher auf Natrium-Ionen-Basis haben wir gemeinsamen
mit dem österreichischen Start-up Salzstrom für den Haushalts- und
Unternehmensbereich eine umweltfreundliche Alternative für unsere
Kunden.“

Stephan Sharma erklärt zum Projekt in Apetlon: „Innerhalb weniger
Wochen haben wir für das Gemeindeamt Apetlon den Salzspeicher mit
einer blackout-sicheren Notstromfunktion und eine Photovoltaikanlage
errichtet. Der Salzspeicher hat ein Speichervolumen von 21
Kilowattstunden. Er speichert den Sonnenstrom für die Abendstunden
und für eventuelle Krisensituationen. Der Gemeinde fallen keine
Investitionskosten an, sondern der Speicher und die Anlagen werden
über das attraktive Gemeindepaket der Burgenland Energie realisiert
und gehen nach einer gewissen Zeit ins Eigentum der Gemeinde über.
Damit kommt es schon im ersten Jahr zu einer massiven
Energiekosteneinsparung für die Gemeindekassa.“

Mit dem Projekt in Apetlon fällt auch der Startschuss für die
gesamte Speicherstrategie der Burgenland Energie. „In den nächsten
Monaten werden von Nord- bis Südburgenland acht große
Speicherprojekte für unseren Wind- und Sonnenstrom umgesetzt. Mit
einer Gesamtleistung von 160 Megawatt und einem Speichervolumen von
480 Megawattstunden sind das die größten Batteriespeicherprojekte
Österreichs. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf circa 100
Millionen Euro und wird damit auch einen wichtigen Konjunkturimpuls
bringen und die Energiesouveränität Burgenlands gegenüber den Märkten
und dem Ausland stärken.“

Weitere Fotos unter: https://burgenlandenergie.canto.de/b/TFSCP