Wien (OTS) – „Wir müssen die Pensionen sichern, wir müssen die Armut
bekämpfen,
wir müssen Gesundheit als öffentliches Gut verteidigen und wir müssen
die Pflege reformieren – in dem wir den Pflegebegriff neu denken und
den Wert der Pflegearbeit anerkennen“, betonte PVÖ-Präsidentin Birgit
Gerstorfer, MBA in ihren Eröffnungsworten zur Sozialkonferenz des
Pensionistenverbandes Österreichs zu der über 130 Sozialexpert:innen
und zahlreiche Ehrengäste aus ganz Österreich geladen waren. Die
Sozialkonferenz der stärksten Interessensvertretung der älteren
Generation fiel heuer zudem auf einen ganz besonderen Tag: Heute, vor
70 Jahren, am 9. September 1955, wurde mit dem Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetz (ASVG) ein sozialpolitischer Meilenstein
gesetzt, der Millionen von Menschen Schutz bietet. ****
Neben dem großen Schwerpunkt- und Zukunftsthema „Pflege“, stand
natürlich auch die Pensionsanpassung 2026 im Mittelpunkt der
Veranstaltung. Für PVÖ-Präsidentin ist klar: „Wir fordern die volle
Anpassung von 2,7 Prozent. Inflation muss voll abgegolten werden –
und zwar jedes Jahr. Das ist einerseits eine Frage des Respekts der
älteren Generation gegenüber, aber auch eine Frage der
Kaufkraftsicherung!“ Es dürfe auch nicht sein, so Gerstorfer, dass
Menschen in unserem Land unterhalb der Armutsgrenze leben müssen:
„Stellen wir sicher, dass kein Kind, kein Erwachsener, keine
Pensionistin und kein Pensionist in Armut leben muss!“ Der
Pensionistenverband fordert daher, dass die Höhe der Ausgleichszulage
schrittweise an die Armutsgrenze herangeführt werden muss.
Gesundheit als öffentliches Gut verteidigen
PVÖ-Präsidentin Gerstorfer führte aus, dass Gesundheitsleistungen
für jeden kostenlos und leicht erreichbar sein müssen.
„Privatisierungen und Zwei-Klassen-Medizin gefährden das, was das
ASVG einst geschaffen hat. Gesundheit darf kein Luxus sein. Gerade
wir Pensionistinnen und Pensionisten leisten durch die kürzliche
Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages einen wesentlichen
finanziellen Anteil dazu. Wir haben ein Recht darauf“, so Gerstorfer.
Pflege neu denken
„Pflege darf nicht längere eine stille Privatangelegenheit sein. Wir
brauchen eine echte Pflegereform“, betonte die PVÖ-Präsidentin. Diese
Pflegereform müsse rasch umgesetzt werden, sie müsse Leistungen
absichern und Angehörige entlasten. Außerdem müsse der Pflegeberuf
attraktiver gestaltet werden: „Pflegekräfte verdienen nicht nur
Dankesworte, sondern faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen!“
Abschließend betonte die Präsidentin des Pensionistenverbandes
Österreichs, dass man die Errungenschaften des ASVG feiern,
gleichzeitig aber auch stets erneuern und an die Herausforderungen
der Zukunft anpassen müssen. „Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass
auch in 20, 30 oder 50 Jahren die Menschen sagen können: Österreich
hat ein Sozialsystem, das uns trägt und uns beschützt. Nicht nur
einige, sondern alle von uns“, so Gerstorfer unter Applaus.
Hochkarätige PVÖ-Sozialkonferenz
An der Sozialkonferenz nahmen neben zahlreichen PVÖ-
Sozialexpert:innen auch zahlreiche Ehrengäste und hochkarätige
Referent*nnen teil. Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit,
Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenshutz, Ulrike
Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin im Bundesministerium für
Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Dr.in
Elisabeth Rappold, Abteilungsleiterin der Abteilung Gesundheitsberufe
und Langzeitpflege der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) und PVÖ-
Bundes-Sozialreferent, PVÖ-Vorarlberg-Landespräsident Manfred Lackner
referierten und diskutierten zu den großen sozialpolitischen
Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Durch die Veranstaltung
führte Mag.a Sonja Kato. (Schluss)