Wien (OTS) – „In einer solidarischen und empathischen Gesellschaft
darf es nicht
sein, dass Menschen am Ende ihres Lebens allein gelassen werden“
erklärt ÖCV-Präsident Andre Stecher, „sei es aus finanziellen,
strukturellen oder politischen Gründen. Angst vor Einsamkeit und
Schmerzen beschäftigt jeden Menschen mit Blick auf den eigenen Tod.
Gerade deshalb ist Palliativversorgung keine Nebensache, sondern eine
der drängendsten Aufgaben unseres Staates.“
Der ÖCV schließt sich ausdrücklich den Worten von Bischof Hermann
Glettler an, der jüngst betonte, dass wir „an der Seite des Lebens
stehen – bis zuletzt“. Stecher dazu: „Diese Haltung ist zutiefst
christlich und damit auch zutiefst menschlich. Es geht darum, Leid zu
lindern, Hoffnung zu schenken und jedem Menschen Würde bis zum
letzten Atemzug zu garantieren.“
In seinen Grundsatzbeschlüssen bekennt sich der ÖCV klar dazu,
Menschen „von der Zeugung bis zum natürlichen Tod“ zu begleiten. Dazu
gehören neben medizinischer und psychologischer Betreuung auch
seelsorgliche und soziale Unterstützung. „Wer bei der
Palliativmedizin spart, spart am Leben selbst“, so Stecher.
Suizidprävention ist nach Ansicht des Cartellverbandes eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Es darf niemanden geben, der in
einer existenziellen Krise allein bleibt. Wir alle – Politik,
Zivilgesellschaft, Kirchen, Vereine, Familien – tragen die
Verantwortung, Menschen nicht allein zu lassen.“ Wie eine
Gesellschaft mit den ältesten und hilfsbedürftigsten Mitgliedern
umgeht, zeigt deutlich, wie ernst es ihr mit ihrem moralischer
Anspruch ist.
Aus Anlass des Welttages für Suizidprävention hat der ÖCV eine
Initiative in den eigenen Reihen gestartet, die den Blick besonders
auf ältere, zum Teil einsame Mitglieder richtet – vor allem jene in
Alters- und Pflegeheimen. Geplant sind Besuche, regelmäßige Anrufe
und praktische Hilfen, um Gemeinschaft, Nähe und Wertschätzung zu
schenken.