Wien (OTS) – Was lenkt unser Leben – Zufall, eine höhere Macht oder
wir selbst? In
Österreich glauben vier von zehn Menschen an das Schicksal. Doch was
bedeutet das eigentlich? Die Antworten darauf sind so vielfältig wie
unsere Gesellschaft. Für manche ist es ein religiöser Halt, für
andere eine Erklärung für das Unerklärliche. Im Kern jedoch bleibt
die zentrale Frage: Wie viel Einfluss habe ich auf mein Leben? Die
Menschen, die Klaus T. Steindl in der „kreuz und quer“-Neuproduktion
„Schicksalsglaube“ am Dienstag, dem 9. September 2025, um 23.05 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON porträtiert, beantworten diese Frage
unterschiedlich. Aber sie alle wissen aus Erfahrung, was es bedeutet,
plötzlich und unerwartet vor großen Herausforderungen zu stehen. Sie
haben schwierige Lebensumstände gemeistert und sind letztlich sogar
gestärkt aus Krisen hervorgegangen.
Eine unerwartete Diagnose, ein plötzlicher Jobverlust, die Erkrankung
eines Kindes – Schicksalsschläge können zu persönlichen Krisen
führen. Jede und jeder handelt anders in diesen unsicheren Zeiten.
Neben den Schwierigkeiten tragen diese Krisen auch das Potenzial,
neue Wege einzuschlagen. Diese Lösungen können wiederum anderen
Menschen Mut machen und eine positive Sicht aufs Leben aufzeigen.
Einige dieser Geschichten werden danach in Andrea Eders „kreuz und
quer“-Film „Leben mit der Unsicherheit“ (23.40 Uhr) erzählt.
„Schicksalsglaube“ – Ein Film von Klaus T. Steindl
Familie Grießler aus Haunoldstein stellt sich nach einer Serie
schwerer Schicksalsschläge, zuletzt dem verheerenden Hochwasser im
September 2024, mehr denn je die Frage nach dem „Warum“. In
dramatischen Stunden mussten sie ihr Zuhause verlassen, gerettet vom
Hubschrauber – nur Monate nachdem sie den Verlust ihres Sohnes
Sebastian verkraften mussten. Auch der Künstler Anatoliy Babiychuk,
gebürtiger Ukrainer, denkt über Lebenswege nach – allerdings mit
einem anderen Zugang. In seinem Bildband „The Ukrainian East Village“
porträtiert er Landsleute im Exil. Schicksal? Er glaubt nicht an
dieses Konzept – vielmehr an Gestaltungskraft und Verantwortung. Im
„Haus der Stille“ gehen Menschen der spirituellen Seite des
Schicksals nach. Marlies Prettenthaler lädt ein, das Labyrinth als
Symbol des Lebenswegs zu erkunden. Und Menerva Hammad, muslimische
Lehrerin, findet in ihrem Glauben Halt – in der Vorstellung von
Kismet. Ihre Interpretation: Was passiert, liegt in Gottes Hand, wie
man damit umgeht, ist die eigene Verantwortung. Ob Vorsehung, Zufall
oder freie Entscheidung – die Frage nach dem Schicksal bleibt offen.
Und gerade deshalb berührt sie uns alle.
„Leben mit der Unsicherheit“ – Ein Film von Andrea Eder
Sicherheit gilt als eines der größten Bedürfnisse und Sehnsüchte der
Menschen – und vermittelt ein Gefühl der Vertrautheit und
Geborgenheit. Und doch ist der Anspruch, im eigenen Leben alles
selbst zu planen und mit Sicherheit vorausberechnen zu können, eine
Illusion. Der Film von Andrea Eder zeigt Menschen, die in ohnehin
unsicheren Zeiten auch mit persönlichen Krisen konfrontiert waren und
diese – trotz aller Schwierigkeiten – letztlich bewältigen konnten.