„kulturMontag“ am 8. September: Daniel Kehlmanns Pandemie-Satire, Julius von Bismarcks Ausstellung in Wien und Neues von Caroline Wahl

Wien (OTS) – Der „kulturMontag“ am 8. September 2025 um 22.30 Uhr in
ORF 2 und auf
ORF ON, präsentiert von Clarissa Stadler, befasst sich mit Daniel
Kehlmanns Satire auf die Pandemiezeit „Ostern“ und begrüßt den
Bestsellerautor dazu live im Studio. Außerdem blickt das ORF-
Kulturmagazin auf Julius von Bismarcks Ausstellung im Wiener
Kunsthaus unter dem Titel „Normale Katastrophen“ und widmet sich dem
Literatur-Shooting-Star Caroline Wahl und ihrem gerade erschienen
Roman „Die Assistentin“. Danach steht um 23.30 Uhr die Doku-Premiere
„Urban Pulse – Der Herzschlag einer Stadt“ zur diesjährigen Linzer
Klangwolke auf dem Programm.

Satire auf die Pandemie-Zeit

Im Frühjahr 2020 saß Bestsellerautor Daniel Kehlmann in seiner
Wohnung in New York, die Corona-Pandemie hatte die Stadt fest im
Griff, täglich änderten sich die Ausgangsbeschränkungen und
Quarantäne-Regeln. Als in Österreich im März der erste Lockdown
verhängt wurde, begann Kehlmann damit, die zunehmend absurd werdenden
Geschichten der Pandemie aufzuschreiben. Eine pointierte Aufarbeitung
einer der – wie Kehlmann meint – „traurigsten Krisen der Menschheit“.
Eine Zeit, in der die Zwischentöne abhandengekommen sind und die
Gesellschaft gespalten wurde. Bitterböse sind die Szenen, in denen
Kehlmann seine Protagonistinnen und Protagonisten über
Ausgangssperren, Abstandsregeln und Abschottung diskutieren lässt. Es
geht aber auch um Willkür, Machtspiele, Denunzianten und
gesellschaftliche Veränderungen, die bis heute nachklingen. Aus den
Aufzeichnungen entstand ein Bühnentext mit dem Titel „Ostern“, den
Stephanie Mohr in den Wiener Kammerspielen des Theaters in der
Josefstadt inszeniert. Daniel Kehlmann ist live zu Gast im
„kulturMontag“-Studio.

Eine ganz normale Katastrophe

Die Kunstwelt kennt und liebt ihn für seine oft extremen
Kunstinterventionen, die die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung
sprengen und die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, zwischen
Kunst und Wissenschaft hinterfragen. Julius von Bismarck zählt zu den
spannendsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Geboren 1983 in
Breisach am Rhein hat er erst Informatik, dann Visuelle Kommunikation
und schließlich Kunst studiert – unter anderem am Institut für
Raumexperimente unter der Leitung von Ólafur Elíasson. Jetzt sind die
Arbeiten von Julius von Bismarck erstmals in einer Einzelausstellung
in Wien zu sehen. Unter dem provokanten Titel „Normale Katastrophen“
stellt er im Wiener Kunsthaus die Frage, wie wir als Gesellschaft
damit umgehen, wenn die Katastrophe zum Normalzustand wird. Neben
einer Auswahl aus Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und
Installationen der vergangenen fünfzehn Jahre sind neue Fotoarbeiten
zu sehen, die Brände, Blitzeinschläge oder Sturmwellen zeigen –
Naturgewalten in einem Lebensraum, den der Mensch zunehmend
verändert.

„Shooting Star“ der deutschsprachigen Literatur

Caroline Wahl ist erst 30 und hat schon zwei Bestsellerromane
geschrieben. Aktuell führt sie die Spiegel-Bestsellerliste an und
lässt damit auch Stars wie Ferdinand von Schirach und dessen
Neuerscheinung hinter sich. Ihr Debüt-Roman „22 Bahnen“ war die
literarische Sensation des Jahre 2023. Das Buch hat sich über eine
Million Mal verkauft, wurde kürzlich verfilmt und kommt jetzt ins
Kino. Auch ihr zweites Buch, „Windstärke 17“ war ein
Verkaufsschlager. Dieser Tage ist Roman Nummer drei mit dem Titel
„Die Assistentin“ erschienen. Darin erzählt Caroline Wahl von einer
jungen Frau, die in der Verlagswelt als Assistentin arbeitet und dort
Machtmissbrauch erlebt. Wahl selbst hat Erfahrungen in der Branche
gemacht, legt aber Wert darauf, dass „Die Assistentin“ kein
autobiografischer Roman ist. Abermals gelingt es der Autorin, die
inneren Konflikte einer jungen Frau eindrucksvoll darzustellen und
sie auf ihrem Weg der Emanzipation zu begleiten. Der „kulturMontag“
hat die Autorin in Kiel getroffen.

Danach: Dokumentation „Urban Pulse – Der Herzschlag einer Stadt“
(23.30 Uhr)

Seit mehr als vier Jahrzehnten verwandelt die Linzer Klangwolke
die Stadt in ein offenes Klangtheater – ein Fest künstlerischer
Freiheit und kultureller Innovation, das jährlich zehntausende
Besucher:innen an die Donau zieht. Im Jahr 2025 richtet sich der
Blick auf den innersten Takt der Stadt: Der Fluss, die Industriestadt
und ihre Vergangenheit – daraus speist sich der Herzschlag von Linz.
Unter dem Titel „Urban Pulse“ soll dieser urbane Herzschlag hör- und
spürbar werden. Das ist der Anspruch und zugleich das Motto der
diesjährigen Linzer Klangwolke.
Mit der Dokumentation „Urban Pulse – Der Herzschlag einer Stadt“
widmet sich der ORF diesem besonderen kulturellen Ereignis im urbanen
Raum. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Porträt einer Stadt im
Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch. Verantwortlich für die
filmische Umsetzung ist Johannes Reitter, der die Atmosphäre und
Dynamik der Linzer Klangwolke 25 einfängt und so das künstlerische
Gesamterlebnis dokumentarisch aufbereitet.