Baierbrunn (OTS) – Influencer, die auf Social Media über ihre
Krankheit berichten,
ersetzen keine Ärzte. Doch können sie dabei helfen, mit Krankheiten
besser umzugehen
Was unterscheidet einen Sickfluencer von einem Medfluencer ?
Während erstere häufig als Laien ihre Erkrankung auf den Social Media
-Kanälen zum Thema machen, sind zweitere Ärztinnen und Ärzte,
Apothekerinnen oder Apotheker oder Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler, die in den sozialen Medien faktenbasiert über ihre
Arbeit berichten. Dennoch haben auch Laien eine große Reichweite,
wenn sie auf Social Media öffentlich über ihre Krankheit sprechen.
Das weiß auch Trendforscherin Angel Rose Schmocker, die sich an der
Zürcher Hochschule der Künste mit dem Phänomen „Krank im Netz“
befasst hat: „Themen wie Krankheit, Krisen oder private Erlebnisse
erzeugen Aufmerksamkeit und binden seit jeher ein Publikum“, erklärt
sie im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.
Wie behandelt man Menschen mit Behinderungen?
Sickfluencerin Sabrina Lorenz, 26, zum Beispiel folgen auf ihrem
Instagram-Account @fragments_of_living an die 50 000 Menschen. Die
Autorin, Beraterin und Aktivistin ist aufgrund ihres angeborenen,
chronischen Herzfehlers nur vermindert körperlich belastbar. Daher
trägt sie oft eine Sauerstoffbrille und sitzt zeitweise im Rollstuhl.
Darf man sie deshalb ungleich behandeln? Nein, wie sie in einem Video
freundlich, aber bestimmt verkündet: „Ich bin nicht einfach die
interessante Person, die du anstarren kannst.“ Für ihre Community,
aber auch Fachexperten sind diese Tipps, wie man mit Menschen mit
Behinderungen besser umgehen kann, wertvoll. Erst neulich wurde
Lorenz von einer Ärztin kontaktiert, die sie um eine Schulung bat, um
noch sensibler mit ihren Patienten umgehen zu können.
Ärztliche Diagnose versus Social Media-Beratung
Die Sickfluencer selbst fühlen sich in ihrer aufgebauten
Community zum jeweiligen Krankheitsthema endlich gesehen und
verstanden . „Die Rolle der Community ist zentral, ebenso wie die
häufige Erkenntnis von Betroffenen, dass sie mit ihren Erfahrungen
nicht allein sind“, sagt Schmocker. Dennoch sollten Influencer und
Community wachsam bleiben und klar zwischen medizinischer Diagnose
und der persönlichen Situation unterscheiden. Dazu rät auch
Trendforscherin Schmocker – und betont: „Soziale Medien sind kein
Ersatz füreine medizinische und psychologische Betreuung.“
Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung
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