Wien (OTS) – Jahr für Jahr bringt das Aufsteirern die ganze Vielfalt
der
steirischen Volkskultur in der Grazer Innenstadt zusammen. Im ersten
Jahr unter einem blauen Landeshauptmann wird aber klar, dass in
Zukunft nicht mehr alle Steirerinnen und Steirer dort sichtbar sein
sollen. Denn zum ersten Mal nutzte die steirische Landesregierung
heuer finanziellen Druck, um einer Gruppe die Teilnahme zu verbieten:
Die queere Hütte, in der die Grazer RosaLila PantherInnen in
Lederhose und Dirndl Bier, Bratlfettnbrot und Lebkuchenherzen
anbieten wollten, wurde auf Druck des Landes wieder ausgeladen – LH
Kunasek sieht darin nämlich keinen „volkskulturellen Mehrwert“. Für
den steirischen Abgeordneten und SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario
Lindner ist das nicht nur ein demokratiepolitischer Skandal. „Der
neue Landeshauptmann stellt seine Parteiideologie und plumpe
Symbolpolitik über den Zusammenhalt in der Steiermark“, so Lindner,
der auch Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ+
Organisation SoHo ist. „Es ist nicht schwer zu erkennen, worum’s
Kunasek wirklich geht: Er will mit ideologischen Nebelgranaten vom
Versagen seiner Landesregierung bei Standortpolitik, Arbeitsplätzen
und der steirischen Wirtschaft ablenken. Mit Homophobie will er von
seiner eigenen Untätigkeit ablenken, das ist unterste Schublade und
unserer vielfältigen Steiermark nicht würdig!“ ****
Auch die Grazer SPÖ-Gemeinderätin und SoHo-Steiermark-Vorsitzende
Anna Robosch stellt klar: „Die RosaLila PantherInnen leisten seit
über drei Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit für Sichtbarkeit,
Vielfalt und Respekt in unserer Gesellschaft. Das IST
volkskultureller Mehrwert. Wer ihnen den Platz bei einem Fest wie dem
Aufsteirern verweigert, spricht zehntausenden Steirer:innen die
Zugehörigkeit zur eigenen Kultur ab. Das steht auch einem LH Kunasek
nicht zu.“ Robosch kündigt daher an, dass die SPÖ Graz in der
kommenden Gemeinderatssitzung einen Dringlichen Antrag einbringen
wird, in dem die Stadt Graz aufgefordert wird, ihre Förderungen für
das „Aufsteirern“ zu evaluieren und – falls keine
diskriminierungsfreie Organisation sichergestellt wird – auch
Kürzungen oder die Aussetzung der städtischen Unterstützung in
Erwägung zu ziehen.
Für Lindner und Robosch ist klar: „Was steirische Volkskultur
ist, entscheidet nicht der Landeshauptmann. Wenn Kunasek nichts
Besseres einfällt, als langjährig aktiven Vereinen, die sich für ein
gutes Zusammenleben in der Steiermark einsetzen, die Teilnahme am
Aufsteirern zu verbieten, dann ist das eine Schande für unser
Bundesland: So ist die Steiermark nicht!“ (Schluss) bj