„Schicksalstage Österreichs – 2015: Die große Flucht“: Präsentation der ORF-III-Neuproduktion im hdgö

Wien (OTS) – Im Rahmen der Kooperation mit dem Haus der Geschichte
Österreich (
hdgö) fand gestern, am Mittwoch, dem 3. September 2025, die
Präsentation einer weiteren ORF-III-Dokumentation als
Publikumsveranstaltung mit anschließendem Podiumsgespräch statt.
Vorgestellt wurde die „zeit.geschichte“-Neuproduktion „Schicksalstage
Österreichs – 2015: Die große Flucht“, die am Samstag, dem 6.
September, um 20.15 Uhr ihre TV-Premiere feiert. Zur Veranstaltung –
u. a. in Anwesenheit von Regisseurin Judith Doppler, Produzent
Nikolaus Klingohr und Peter Fässlacher, Programmchef im ORF-III-
Kulturbereich, – begrüßten hdgö-Gründungsdirektorin Monika Sommer und
ORF-III-„zeit.geschichte“-Sendungsverantwortlicher Ernst Pohn. Nach
der Vorpremiere diskutierten bei ORF-Moderator Andreas Pfeifer der
ehemalige Bundeskanzler und ÖBB-Chef Christian Kern, die Gründerin
von „Train of Hope“, Manuela Ertl, der ehemalige
Nationalratsabgeordnete und Flüchtlingskoordinator Ferry Maier sowie
die 2015 aus Afghanistan geflüchtete Nachhilfelehrerin Mahsa Ehsani.

Mehr zur Neuproduktion „Schicksalstage Österreichs – 2015: Die
große Flucht“

Die neue ORF-III-Dokumentation von Judith Doppler beleuchtet die
entscheidenden Tage Anfang September 2015, als Zehntausende
Flüchtlinge über Ungarn nach Österreich kamen und politische,
moralische sowie logistische Strukturen an ihre Grenzen stießen. Im
Fokus stehen die Aufhebung der Dublin-Regelung, das Krisenmanagement
von Bundeskanzler Werner Faymann und die heiklen politischen
Verhandlungen mit Ungarns Premier Viktor Orbán. Der Film zeigt
eindrucksvoll die spontane, gesellschaftsübergreifende
Hilfsbereitschaft der Bevölkerung – und wie dieser Ausnahmezustand
Österreich nachhaltig veränderte: politisch, gesellschaftlich und
menschlich.

Monika Sommer, Gründungsdirektorin Haus der Geschichte
Österreich: „Über eine Million Menschen kamen 2015 auf der Flucht vor
Krieg und Verfolgung nach Europa. Ihre Ankunft wurde häufig mit
Metaphern zu unaufhaltsamen Naturphänomenen wie Welle oder Flut
beschrieben. Zwar stellte die Situation Österreich vor eine große
Herausforderung, aber gerade die Sprache prägt, wie die Ereignisse
2015 im kollektiven Gedächtnis verankert wurden. Das Haus der
Geschichte Österreich ist ein Ort, an dem gemeinsam reflektiert
werden kann. Und Kooperationen wie jene zwischen ORF III und dem hdgö
tragen dazu bei, den gesellschaftlichen Umgang zu dokumentieren,
zugänglich zu machen und zu diskutieren. Deshalb freue ich mich, dass
wir auch bei diesem zeithistorischen, aber stets aktuellen Thema
zusammenarbeiten.“

Peter Schöber, ORF-III-Programmgeschäftsführer: „Als Kultur- und
Informationssender ist es unser Anspruch, zentrale historische
Ereignisse verständlich und fundiert aufzubereiten. Die Geschehnisse
des Jahres 2015 zählen zu den markantesten der jüngeren Vergangenheit
und beeinflussen unser gesellschaftliches Miteinander sowie den
politischen Diskurs bis heute. Mit dieser Dokumentation wollen wir
nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch Denkanstöße geben sowie den
Blick auf Ursachen und Folgen schärfen. Gerade in bewegten Zeiten ist
es entscheidend, historische Entwicklungen in Erinnerung zu rufen und
einzuordnen.“

Weitere ORF-Sendungen zu „Zehn Jahre Flüchtlingskrise 2015“ in
ORF 2 und Ö1; aktuelle Berichterstattung im ORF.at.-Netzwerk und
TELETEXT

Am Sonntag, dem 7. September, diskutieren Johanna Mikl-Leitner
und Hans Peter Doskozil bei Susanne Schnabl in „Das Gespräch“ zum
Thema. Wie hat sich Österreich in den vergangenen zehn Jahren
verändert, ist die Integration von Zehntausenden Menschen gelungen
und welche Probleme begleiten uns seit 2015? Der ORF-„Report“ (9.
September, 21.05 Uhr) war dazu im steirischen Spielfeld, an jener
Grenze, die damals zu einem Symbol der „Flüchtlingskrise“ wurde, hat
mit Anwohnerinnen und Anwohnern gesprochen – und mit Menschen, die
damals auf der Flucht waren. Das ORF-Korrespondentenmagazin
„WeltWeit“ (12. September, 21.20 Uhr) zeigt die Reportage
„Lokalaugenschein Grenze. Der Preis für Sicherheit“. „Integration
oder Illusion?“ – die ORF-2-Dokumentation „10 Jahre Flüchtlingskrise
– Die Zerreißprobe“ (15. September, 20.15 Uhr) blickt zurück und
fragt: Wo stehen wir heute? Der Film begleitet Menschen, die damals
geflohen sind, und zeigt ihre Geschichten von Verlust, Hoffnung und
Neuanfang. Und er begleitet Menschen in Österreich zwischen
Hilfsbereitschaft und Angst, Willkommenskultur und Ablehnung. In
„Stöckl live: Miteinander reden“ (16. September, 20.15 Uhr) sprechen
Bürger:innen offen über ihre Ängste und Sorgen, berichten
Helfer:innen von Erfolgen und Begegnungen und erzählen Flüchtlinge
von ihren Erfahrungen.
Die Ö1-„Menschenbilder“ (14. September, 14.05 Uhr) berichten über den
Reporter, Retter und Rebellen Elias Bierdel, die Ö1-Sendung „Moment“
(15.30 Uhr) über den Verein „Play together now“ (15. September) und
die Geschichte eines Flüchtlings (16. September). Im Ö1-„Radiokolleg“
(15. bis 18. September, 9.05 Uhr) wird die Chronologie der Flucht
nach Österreich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgerollt.

Auch das ORF.at-Netzwerk und der ORF TELETEXT erinnern im Rahmen
der aktuellen Berichterstattung an die Ereignisse vor zehn Jahren,
ORF ON bringt Streams der TV-Sendungen (inkl. eigener Videokollektion
).

Details zum Programm sind unter presse.ORF.at abrufbar.