Wien (OTS) – Der aktuelle Austrian Health Report 2025 zeigt ein
klares Bild: 80
Prozent der Bevölkerung rechnen damit, dass die Politik in den
kommenden Jahren bei der Gesundheit sparen wird. Fast ebenso viele
befürchten, dass man eine private Zusatzversicherung brauchen wird,
um weiterhin eine gute medizinische Versorgung zu erhalten. Für die
Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien ist das ein eindeutiger
Handlungsauftrag an die Politik.
„Die Ergebnisse des Austrian Health Report sprechen eine
deutliche Sprache: Das Vertrauen der Bevölkerung in das
Gesundheitssystem ist erschüttert“, kommentiert Johannes Steinhart,
Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien und der
Österreichischen Ärztekammer. „Wenn 80 Prozent der Menschen davon
ausgehen, dass bei ihrer Gesundheit gespart wird, ist es höchste
Zeit, die Finanzierung und Rahmenbedingungen der Kassenmedizin auf
eine solide Basis zu stellen.“
Ein klarer Trend zeigt sich bei den privaten
Zusatzversicherungen. „Immer mehr Menschen haben das Gefühl, sich
zusätzliche Absicherung kaufen zu müssen, weil das Kassensystem an
seine Grenzen stößt. Wahlärztinnen und -ärzte schließen seit Jahren
Lücken in der Versorgung. Ohne sie wäre die Versorgungssicherheit in
vielen Bereichen nicht gegeben“, erklärt Naghme Kamaleyan-Schmied,
Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der
Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. „Wir brauchen eine moderne,
attraktive Kassenmedizin mit fairer Honorierung, mehr Zeit für
Patientinnen und Patienten und klaren Perspektiven für Ärztinnen und
Ärzte. Die Basisversorgung ist an der Belastungsgrenze“, so Kamaleyan
-Schmied.
“Die Ergebnisse des Austrian Health Report 2025 unterstreichen
damit die Notwendigkeit, die Kassenmedizin zu stärken, um die
Versorgung langfristig abzusichern. Nur so ist sichergestellt, dass
alle Patientinnen und Patienten – unabhängig von ihren finanziellen
Mitteln – auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige medizinische
Betreuung erhalten”, sagen Steinhart und Kamaleyan-Schmied.