Kritik an Verdopplung der Studierendenticket-Preise in Wien

Wien (OTS) – Die Wiener Stadtregierung hat am 1.September
bekanntgegeben, dass die
Preise für Tickets der Wiener Linien deutlich erhöht werden.
Studierende trifft es dabei besonders schlimm: Nicht nur leben
ohnehin viele Studierende unter der Armutsgefährdungsgrenze, auch das
reduzierte Semesterticket wird ersatzlos abgeschafft. Stattdessen
müssen Studierende unter 26 künftig ganzjährig zahlen – insgesamt 300
Euro. Völlig absurd ist dabei, dass im Vergleich die Parkgebühren
lediglich um 36 Euro steigen. Die GRAS kritisiert diese einseitige
Belastung junger Menschen scharf.

„Diese Preiserhöhung ist ein fatales Signal in Zeiten der
Klimakrise und sozialer Ungleichheit,“ erklärt Annika Hartmann von
der GRAS im Vorsitzteam der ÖH BOKU. „Während Studierende, die
ohnehin teils prekär leben, nun doppelt so viel für ihre Mobilität
zahlen müssen, kommen Autofahrer_innen mit minimalen Erhöhungen
davon. Das ist klimapolitisch unverantwortlich und sozial ungerecht.“

Die Erhöhung des regulären Jahrestickets der Wiener Linien von
365 auf 467 Euro zum 1. Januar 2026 fällt mit rund 30 Prozent etwas
moderater aus, als gar die Verdopplung der Preise des
Studierendentickets, wo der Preis von 75 Euro pro Semester auf 300
pro Jahr steigt. Besonders kritisch sehen die Grünen und Alternativen
Student_innen die Abschaffung des reduzierten Semestertickets,
wodurch Studierende künftig auch für die vorlesungsfreie Zeit voll
zahlen müssen.

“Die Stadtregierung verkennt die Realität des studentischen
Lebens. Viele Studierende sind während der Semesterferien oder
Sommermonate gar nicht in Wien oder nutzen die Öffis deutlich
weniger. Die Zwangspauschale für das ganze Jahr ist nichts anderes
als eine versteckte Gebührenerhöhung auf Kosten junger Menschen, die
sich für nachhaltige Mobilität entscheiden. Besonders aber auch
Erasmus Studierende haben jetzt gar keine Option mehr ein passendes
Ticket für den Zeitraum ihres Aufenthalts zu erwerben,” betont Ida
Belaga, für die GRAS im Vorsitzteam an der ÖH Uni Wien.

Die Grünen & Alternativen Student_innen fordern eine sofortige
Rücknahme dieser unverhältnismäßigen Preiserhöhung und stattdessen
eine sozial gerechte und klimafreundliche Verkehrspolitik, die den
öffentlichen Nahverkehr für junge Menschen attraktiv und
erschwinglich hält. Die GRAS schlägt vor, stattdessen eine stärkere
Bepreisung des motorisierten Individualverkehrs zur Finanzierung des
ÖPNV in Betracht zu ziehen und weiterhin ein leistbares Öffiticket
für Studierende anzubieten.

„Wer die Verkehrswende ernsthaft vorantreiben will, muss bei
jungen Menschen ansetzen und ihnen den Umstieg auf nachhaltige
Mobilität erleichtern, nicht erschweren,“ so Hartmann abschließend.