Wien (OTS) – Die Kirchen in Österreich machen ab Montag, 1.
September, wieder auf
die Dringlichkeit der Bewahrung der Schöpfung aufmerksam. Bis zum 4.
Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus und offiziellen Ende der
fünfwöchigen „Schöpfungszeit“, finden österreichweit themenbezogene
Veranstaltungen und Gottesdienste statt. Der traditionelle
Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)
findet heuer am Freitag, 5. September, um 16 Uhr in der Wiener
Jesuitenkirche (Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien) statt. Der ÖRKÖ
richtet die Feier in Zusammenarbeit mit mit den Umweltbeauftragten
der Katholischen und Evangelischen Kirche Österreichs sowie den
„Religions for Future“ aus.
Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Gemeinsame Verantwortung
für die Schöpfung“. Inhaltlich geht es um die vor zehn Jahren
veröffentlichte Umwelt- und Sozial-Enzyklika „Laudato si“ von Papst
Franziskus (2013-2025). Vorstehen werden dem Gottesdienst der Wiener
katholische Weihbischof Stephan Turnovszky, die methodistische
Pastorin Esther Handschin und der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar
Nicolae Dura.
Am 18. Juni 2015 veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika
„Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. Mit dem
Lehrschreiben wandte sich das heuer am Ostermontag verstorbene
Kirchenoberhaupt nicht nur an die Gläubigen, sondern an „alle
Menschen guten Willens“. Die Enzyklika thematisiert die aktuellen
ökologischen und sozialen Krisen in großer Deutlichkeit und fordert
eine ganzheitliche Ökologie, die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und
Spiritualität zusammen denkt.
Laudato si wurde weltweit beachtet, politisch wie religiös
diskutiert und hat zahlreiche Prozesse in Kirche, Zivilgesellschaft
und Politik angestoßen. Der Begriff der „ökologischen Umkehr“ ist
seither zu einem Leitmotiv kirchlicher Umweltarbeit geworden.
Franziskus hatte in seinem Schreiben dafür plädiert – konkret für
eine „kulturelle Revolution“ im Umgang mit Natur und Mitmenschen, die
sich nicht in technischen Lösungen erschöpfen dürfe, sondern auf
innerer Umkehr und einer neuen Lebensweise beruhe.
Schöpfungszeit bis 4. Oktober
Seit 2015 ist der ökumenisch begangene „Schöpfungstag“ am 1.
September offiziell als „Weltgebetstag für die Schöpfung“ im
katholischen Kalender eingetragen. Bereits 1989 hatte der damalige
Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., „die ganze
orthodoxe und christliche Welt“ eingeladen, am 1. September „zum
Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der
geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre
Erlösung“. Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten orthodoxen
Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische
Ortskirchen folgten.
2007 weitete die dritte Europäische Ökumenische Versammlung in
Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) dies aus und empfahl, „dass der
Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für
den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen
Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten“.
Als besondere kirchliche Mahner für mehr Schöpfungsverantwortung
gelten Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios I., der
Nachfolger von Dimitrios auf dem Patriarchensitz in Konstantinopel.
Nicht zufällig hat Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ den
„grünen Patriarchen“ als Vorbild hervorgehoben.
(Kathpress-Themenschwerpunkt zur kirchlichen Schöpfungszeit mit
weiteren Meldungen abrufbar unter www.kathpress.at/schoepfung)
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