Wien (OTS) – Heute wurde am Schweinebetrieb Hubmann in Loipersdorf
bei St. Pölten
vom Geschäftsführer der Firma RohnerTEC AG aus der Schweiz, Jannik
Marti, das Ergebnis einer Messreihe von zahlreichen Parametern 90 cm
unter einem der Schweinegehege vorgestellt. Von April bis Ende August
zeigte der Sensor, dass sowohl der Nitrateintrag als auch die
Leitfähigkeit im Boden deutlich unter den Grenzwerten für eine
Gefährdung des Grundwassers geblieben sind. Dennoch hat die
Bezirkshauptmannschaft der Familie Hubmann schon wieder einen
Räumungsbescheid geschickt, weil angeblich das Grundwasser gefährdet
sei. Zwar hat die BH niemals Messungen durchgeführt, aber ein
Überflug mit der Drohne habe gezeigt, dass aus der Suhle Flüssigkeit
durch die Gehegewände austrete. Beim Lokalaugenschein heute zeigte
sich allerdings ganz klar, dass die Schweine ihren Kotplatz von ihrer
Suhle trennen. Von der Suhle dringen bestenfalls Wasser und Schlamm
durch die Gehegewandelemente aus.
Ebenfalls anwesend heute war Univ.-Prof.in Dr.in Elodie Floriane
Mandel-Briefer, die die Abteilung für Biologie, Ökologie und
Evolution an der Universität Kopenhagen leitet. Sie beschäftigt sich
seit 15 Jahren mit der Vokalisation vor allem von sogenannten
Nutztieren und hat Korrelationen zwischen Lautäußerungen und
positiven sowie negativen Emotionen festgestellt. In einer ersten
Untersuchung an Schweinen hat sich gezeigt, dass Schweine, die
konventionell auf Vollspaltenboden gehalten werden, ständig negative
Emotionen vokalisieren. Schweine dagegen, die im Freiland auf
Naturboden leben dürfen, drücken laufend positive Emotionen aus. Die
Wissenschafterin plant nun eine mehrjährige Untersuchung an den
Schweinen am Betrieb Hubmann, um auf das psychische Wohlbefinden der
Tiere dort im Vergleich zur Haltung auf Vollspaltenboden zu
schließen.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch war heute dabei: „Es ist
unfassbar, mit welcher Vehemenz seitens der Behörden der Betrieb
Hubmann und seine innovative Haltungsform der Schweine bekämpft wird.
Man kann sich schwerlich dem Gefühl entziehen, dass das politisch
motiviert ist und von der Schweinebranche angestoßen wurde. Hubmanns
zeigen, wie leicht sich Alternativen zum Vollspaltenboden etablieren
ließen, die das Tierwohl in ganz andere Dimensionen bringen und dabei
überhaupt nicht wesentlich aufwendiger sind, weder finanziell noch
vom Management-Aufwand her. Die Messergebnisse, die heute präsentiert
wurden, beweisen, dass das System im rechtlichen Rahmen funktioniert.
Wir dürfen darüber hinaus auf die Ergebnisse der
Vokalisationsforschung gespannt sein.“
Demnächst werden weitere 26 Sensoren jeweils 90 cm unter den
Schweinegehegen im Boden vergraben, um für die nächsten 12 Monate
durchgehend alle 6 Stunden Messwerte über die potenzielle
Bodenbelastung oder das Fehlen derselben zu liefern. Bis dahin werden
die Schweinegehege erneut auf ein anderes Grundstück versetzt, um dem
Räumungsbescheid zu entgehen.
Pressefotos (Copyright: VGT.at)