Graz (OTS) – Die gute Nachricht vorweg: Im Vergleich zum letzten AK-
Nachhilfemonitoring im Jahr 2023 zeigen sich für die Steiermark quasi
stagnierende Zahlen in Bezug auf die Kosten beziehungsweise leicht
rückläufige Zahlen in Bezug auf den Bedarf. Die schlechte Nachricht:
Die Eltern von rund 23.000 Schüler:innen hätten gerne eine bezahlte
Nachhilfe in Anspruch genommen, doch es fehlte am Geld oder am
Angebot.
Zwtl.: Ein Drittel der Kinder hat Nachhilfebedarf
Mit dem Nachhilfemonitoring der Arbeiterkammer hat das Sozial-
und Meinungsforschungsinstitut IFES bundesweit eine repräsentative
Studie bei Eltern von Schulkindern zum Thema “Nachhilfe” im Schuljahr
2024/25 bzw. im Sommer 2024 durchgeführt. In ganz Österreich wurden
dazu 4.998 Schulkinder in insgesamt 3.305 Haushalten befragt, in der
Steiermark waren es 589 Schulkinder in 400 Haushalten. Das Ergebnis:
Rund 42.000 steirische Schüler:innen, dies entspricht einem Drittel,
haben Bedarf an Nachhilfe. In etwa jedes sechste Schulkind in der
Steiermark (16 Prozent) hat im Schuljahr 2024/2025 bzw. im Sommer
2024 bezahlte Nachhilfe oder Lernhilfe in Anspruch genommen.
Zwtl.: 780 Euro an Kosten pro Kind
Der Bildungserfolg im österreichischen Schulsystem ist damit noch
immer davon abhängig, ob Eltern sich Nachhilfe leisten können. So
hätten die Eltern von rund 23.000 steirischen Schulkindern diesen
gerne eine bezahlte Nachhilfe ermöglicht, jedoch war diese meist zu
teuer oder es konnte kein passendes Angebot gefunden werden. “Im
Schnitt kostete Eltern die Nachhilfe für ihren Nachwuchs pro Kind
zuletzt rund 780 Euro, im Vergleich zu 2023 sind die Kosten pro Kopf
damit etwas gesunken, so beliefen sich die Ausgaben für Nachhilfe vor
zwei Jahren noch auf etwa 810 Euro”, erklärt AK-Bildungsexpertin
Katrin Hochstrasser. Trotzdem wurden ca. 16,6 Millionen Euro für
Nachhilfe ausgegeben, 2023 waren es 16,3 Millionen Euro.
Zwtl.: Schwachstelle Mathematik – Reform des Unterrichts gefordert
Das am häufigsten geförderte Fach ist und bleibt Mathematik,
trotz engagierten Lehrpersonals und Unterstützung durch die eigenen
Eltern. Drei Viertel der jungen Steirer:innen hätten hier Bedarf an
Nachhilfe. Besonders schwierig wird es in der AHS-Oberstufe: “Dort
muss bereits jedes dritte Schulkind (35 Prozent) auf eine bezahlte
Nachhilfe in Mathematik zurückgreifen – knapp die Hälfte davon (46
Prozent), um ein ‘Nicht Genügend’ im Zeugnis zu vermeiden. Besonders
fatal, denn die ‘Mathematik-Angst’ steht dem steigenden Bedarf an
MINT-Kompetenzen und MINT-Interessen für die sozial-ökologische
Transformation gegenüber”, führt die AK-Expertin vor Augen. Die
Arbeiterkammer setzt sich daher für eine rasche Umsetzung einer
Reform des Mathematikunterrichts ein. Der Mathematikunterricht ist
der Hauptgrund für Nachhilfe in Österreich und seit Beginn des
Nachhilfebarometers das Nachhilfefach Nummer Eins. Anstelle der
weitverbreitenden Mathematik-Angst sollte MINT-Interesse geweckt und
vernetztes naturwissenschaftliches Denken gestärkt werden. Damit geht
es um praxisnahe Vermittlung von mathematischen Inhalten.
Zwtl.: Ausbau der verschränkten ganztägigen Schulform
Daneben sollte auch der Ausbau der verschränkten ganztägigen
Schulformen forciert werden. Sobald nämlich an Schulen hochwertiger
Förderunterricht am Nachmittag angeboten wird, benötigen auch
deutlich weniger Kinder bezahlte Nachhilfe. “Diese ganztägige
Schulform ist allen anderen Schulformen weit überlegen und gibt auch
Kindern, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können, gerechte
Chancen auf eine gute Bildung”, fordert AK-Präsident Josef Pesserl
einen Turbo für den Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen.
Schulkosten und Bildungsteilhabe dürfen Familien finanziell nicht
zusätzlich unter Druck bringen. Gerade alleinerziehende und
armutsgefährdete Familien brauchen hier zusätzliche, unbürokratische
Entlastung und Unterstützungsangebote. Die AK Steiermark hat dies in
den vergangenen Wochen einmal mehr vorgezeigt, wie etwa mit
kostengünstigen Feriencamps sowie der Initiative “Aktive
Sommerferien”, wo Lernhilfe mit Freizeitbetreuung kombiniert werden.
Für den Start in ein erfolgreiches neues Schuljahr stehen weitere
Angebote bereit: www.akstmk.at/lernen .
Alle Informationen finden Sie detailliert unter
www.akstmk.at/presse