EEÖ: Zukunft des Heizungstausches braucht rasch klaren Rahmen – sonst stehen Betriebe und Haushalte im Regen

Wien (OTS) – Die am Dienstag dieser Woche in Alpbach von
Bundesminister Totschnig
und Staatssekretärin Zehetner präsentierten Ergebnisse einer Analyse
zur Effizienz von Klima- und Energieförderungen wurden mit Spannung
erwartet – soll die Studie doch die Basis für eine Neuausrichtung der
Förderlandschaft bilden. Der Dachverband Erneuerbare Energie
Österreich (EEÖ) drängt nun auf rasches Handeln: Seit Ende letzten
Jahres, als die Fördermittel für den Austausch fossiler durch
erneuerbare Heizsysteme ausgeschöpft waren, fehlt jede
Nachfolgeregelung.

„ Die Auftragsbücher vieler Betriebe bleiben mittlerweile leer.
Ohne neue Rahmen- und Förderbedingungen fehlt der Branche jede
Planungssicherheit. Gut ausgebildetes Personal kann bei anhaltender
Unsicherheit nicht gehalten werden. Und auch die vielen Haushalte,
die aus der Kostenfalle fossiler Heizungen aussteigen wollen, hängen
in der Luft “, schildert EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-
Grundnig die drohende Entwicklung.

Der EEÖ bekennt sich klar zur Effizienz in der Förderung. „
Effizienz bedeutet, dass mit jedem eingesetzten Euro möglichst viel
für Klimaschutz, Energiewende und die Entlastung der Haushalte
erreicht wird. Doch die aktuell bekannten Informationen lassen
befürchten, dass es nicht nur um weniger Mittel, sondern auch um
geringere Ambitionen geht “, warnt Prechtl-Grundnig.

Denn zuletzt sprach Minister Totschnig davon, dass künftig eine
Tauschrate von rund 30.000 Heizsysteme pro Jahr angestrebt sei. Zum
Vergleich: Im Vorjahr waren es etwa 80.000 – also fast dreimal so
viele. „ Alles unter 80.000 bedeutet, dass Österreichs
Klimaneutralität bis 2040 nicht erreichen werden kann und dass
Menschen länger in der Kostenfalle fossiler Heizungen gefangen
bleiben. Eine derartig drastische Reduktion führt uns unweigerlich
Schritt für Schritt in die Zielverfehlung “, so Prechtl-Grundnig.

Überförderung müsse zwar vermieden werden – darauf habe der EEÖ
bereits bei Einführung der 70-Prozent-Förderquote hingewiesen, die
anstelle eines klaren gesetzlichen Ausstiegspfades aus der fossilen
Raumwärme nur ein Kompromiss war. „Wir teilen die Einschätzung von
Staatssekretärin Zehetner, dass Förderungen flankierend wirken und
keine Überförderung darstellen sollen. Aber unklar bleibt: Welche
Maßnahmen sollen mit den Förderungen tatsächlich flankiert werden?“

Auch der Dachverband Energie-Klima richtet diesbezüglich einen
klaren Appell an die Politik und unterstreicht dies mit einer aktuell
veröffentlichten Studie: es brauche langfristige Planungssicherheit
und klare regulatorische Rahmenbedingungen. Denn durch den
vollständigen Umstieg auf erneuerbare Wärme könnten bis 2040 jährlich
14 Millionen Tonnen CO₂ vermieden werden.

„ Das ist eine einmalige Chance. Doch dafür braucht es klare
Regeln und Planungssicherheit, die Wiederaufnahme der
Heizungstauschförderung jetzt, im Herbst 2025 und keinesfalls eine
Drosselung beim Heizungstausch. Jede Verzögerung beim Heizungstausch
verlängert die fossile Abhängigkeit, verteuert die Energiekosten für
Haushalte und gefährdet die Klimaziele “, fasst Prechtl-Grundnig
zusammen.