Wien (OTS) – Am kommenden Montag enden im Osten Österreichs die
Sommerferien. Das
neue Schuljahr beginnt für die Kinder und Jugendlichen mit großen
Erwartungen, für einige jedoch auch mit großen Ängsten. Viele würden
mit Leistungsdruck und psychischen Belastungen kämpfen, warnt
Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.
„Schulen sollten Orte sein, an denen sich Kinder wohl und
unterstützt fühlen. Leider sieht die Realität oft anders aus. Vier
von zehn jungen Menschen gehen nicht gerne zur Schule, weil sie sich
dort unwohl fühlen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass etwa die
Hälfte der Schüler*innen lieber dort wäre, wenn sie mehr mitbestimmen
könnten. Das ist eine große Chance für positive Veränderungen“, so
Moser.
Mitbestimmung von Anfang an
Zentral sei daher, Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten zu
lassen. Gerade zu Schulbeginn würden sich sehr viele Möglichkeiten
bieten, die Schüler*innen einzubinden und damit ihre Bedürfnisse
ernst zu nehmen.
„Mit der Wahl der Klassen- und Schulsprecher*innen ist es dabei
noch lange nicht getan. Auch viele vermeintlich kleine Dinge können
eine große Wirkung haben: von der Gestaltung des Klassenzimmers oder
der Sitzordnung, über die Schwerpunktsetzung im Unterricht bis hin
zur Ausgestaltung gemeinsamer Regeln – all das macht die Schüler*
innen von passiven Besucher*innen zu aktiven Beteiligten“, sagt
Moser.
Konkrete Tools können dabei helfen: SOS-Kinderdorf bietet darum
das Beteiligungsprojekt „ aula“ an, mit dem gemeinsame Entscheidungen
und Demokratiebildung in der Schule gefördert werden.
Große Probleme benötigen weitreichende Lösungen
Allerdings könne man nicht alle Herausforderungen im
Klassenzimmer lösen, etwa wenn es um die besorgniserregende
Entwicklung bei der psychischen Gesundheit junger Menschen geht, so
Moser.
„Viele Kinder und Jugendliche stehen unter großem Druck und haben
psychische Probleme. Schlechte Noten sind da wohl ihre kleinste
Sorge. Wie können wir in so einer Situation von ihnen erwarten, in
der Schule engagiert zu sein und sich zu beteiligen? Das ist nicht
nur unfair allen Beteiligten gegenüber, sondern vor allem auch keine
nachhaltige, chancengerechte Lösung.“
Es sei die Aufgabe der Politik, bestmögliche Voraussetzungen für
alle Kinder zu schaffen – etwa durch mehr Unterstützungsangebote und
Prävention. „Als Kinderrechtsorganisation merken wir, dass langsam
Bewegung in die Sache kommt, doch es liegt noch ein langer Weg vor
uns“, sagt Moser. Zum Schulbeginn fordert SOS-Kinderdorf daher mehr
Schulpsycholog*innen und -sozialarbeit, eine flächendeckende
Einführung von School Nurses, einen Ausbau der therapeutischen und
psychiatrischen Versorgung und ernstzunehmende Beteiligungsformate
für Kinder und Jugendliche.
Links:
www.sos-kinderdorf.at/helfen-sie-mit/schule-kindergaerten/aula
www.aula.de