Die Österreichische Forschungsgemeinschaft gedenkt ihres langjährigen Präsidenten Heinrich Neisser (1936-2025)

Wien (OTS) – Der liberale ÖVP-Politiker und spätere
Politikwissenschaftler an der
Universität Innsbruck war nicht nur seit den späten 1960iger Jahren
eine prägende Person der österreichischen politischen Landschaft mit
Führungsfunktionen in Verwaltung, Regierung und Parlament, sondern er
übte auch von 1989 bis 2013 die Funktion des Präsidenten der
Österreichischen Forschungsgemeinschaft aus.

In dieser Funktion leistete er wesentliche Beiträge, um
Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen an den österreichischen
Universitäten eine Plattform zu bieten, sich an der Stärkung der
interdisziplinären Forschung und an der Weiterentwicklung der
Wissenschafts- und Forschungspolitik aktiv zu beteiligen. Er war von
der zentralen Rolle von Wissenschaft für die Modernisierung und
demokratischen Weiterentwicklung von Staat und Gesellschaft
überzeugt.

Für diese gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft und besonders
der „scientific community“ kämpfte er in allen seinen politischen
Funktionen. In seiner Zeit als Präsident der ÖFG wurden
Arbeitsgemeinschaften zu Themen wie „Wege zur Civil Society“ in
Österreich“, „Die Zukunft der Demokratie“ und „Bildung und
Ausbildung“ eingerichtet. Mit seiner reichen Erfahrung als
Parlamentarier und Regierungsmitglied hat er den Wissenschaftlichen
Beirat der ÖFG und unzählige Jungforscher und Jungforscherinnen zur
kritischen Begleitung und erfolgreichen Unterstützung von
Reformmaßnahmen der österreichischen Universitäten zu mehr Autonomie
und Internationalisierung motiviert.

Er blieb bis an sein Lebensende den zu großen Teilen von ihm
selbst mitformulierten wissenschaftspolitischen Zielen der ÖFG
verbunden. Der Wissenschaftliche Beirat und das Präsidium der
Österreichischen Forschungsgemeinschaft werden ihn immer in ehrender
Erinnerung behalten. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und all
seinen Freunden in allen politischen Lagern und wissenschaftlichen
Institutionen.