Apothekerschaft bietet Hilfe bei Stabilisierung des Gesundheitssystems an

Wien (OTS) – Österreichs 7.000 Apothekerinnen und Apotheker stehen
bereit, um das
zunehmend aus dem Lot geratende Gesundheitssystem in Österreich
wieder zu stabilisieren. „Die Apothekerschaft hat bereits Konzepte
auf den Tisch gelegt, die zum einen dem System Kosten ersparen, zum
anderen die Gesundheit der Menschen verbessern. Die Apotheken spielen
eine ganz wesentliche Rolle bei der wohnortnahen
Gesundheitsversorgung der Menschen“, betont Ulrike Mursch-Edlmayr,
Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, bezugnehmend auf
die Aussagen des Vorsitzenden im Dachverband der
Sozialversicherungsträger Peter McDonald in einem APA-Interview.
Dieser sieht den Druck auf die Gesundheitsausgaben in den nächsten 20
Jahren als große Herausforderung.

Apotheken sind der Schlüssel

„Der Schlüssel zum Sparen im Gesundheitssystem einerseits und zur
Verlängerung der gesunden Lebensjahre andererseits ist die
Prävention“, zeigt sich die Apothekerkammer-Präsidentin überzeugt.
„Schon jetzt bieten die Apotheken Vorsorge-Dienstleistungen in Form
neuer, moderner Tests im Bereich der Herzgesundheit an, etwa zu
Blutzucker und Cholesterin. Außerdem gibt es in der Apotheke rasche
vor-Ort-Nachweise bestimmter Infektionskrankheiten wie Influenza oder
Covid-19. Weitere Dienstleistungen sind im Kommen. Apropos kommen:
Das Impfen in der Apotheke kann sofort starten, sobald der
Gesetzgeber dies wünscht. Etwa 2.550 Apothekerinnen und Apotheker
haben die erforderliche Impfausbildung absolviert und stehen bereit,
die Ärzteschaft zu unterstützen und Gesundheitssystem zu entlasten.“

Aktuelle Studie belegt Effizienz von Screeningtests in Apotheken

Die in den Apotheken angebotenen Screeningtests können Herz-
Kreislauf-Risikofaktoren identifizieren. Das bestätigt eine soeben
veröffentlichte Studie der MedUni Wien, erschienen in „Preventive
Medicine Reports“. Im Zuge standardisierter Testungen war bei 51
Prozent der teilnehmenden Personen ein erhöhtes Risiko für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen identifiziert worden. Auch Hinweise auf
Diabetes und Bluthochdruck konnten in den Apotheken gefunden werden.

Medikationsanalyse: Kampf den Wechselwirkungen

Eine Top- Vorsorge-Dienstleistung der Apotheken ist die
Medikationsanalyse. „Das ist eine wichtige pharmazeutische
Dienstleistung für alle Menschen, die mehrere Medikamente
gleichzeitig einnehmen müssen. 500.000 Personen in Österreich leiden
unter Polypharmazie. Bei einer Medikationsanalyse in der öffentlichen
Apotheke wird die Gesamtmedikation einer Patientin bzw. eines
Patienten fachlich und systematisch unter die Lupe genommen. Dadurch
können nicht mehr benötigte Medikamente identifiziert und
Wechselwirkungen minimiert werden. Die ärztliche Therapie kann
bestmöglich umgesetzt werden. Weitere Vorteile sind verbesserte
persönliche Gesundheit, erweiterte individuelle Gesundheitskompetenz
sowie geringere spätere Behandlungskosten für das Gesundheitssystem“,
ergänzt Raimund Podroschko, Vizepräsident der Apothekerkammer
Österreich.

Telemedizin in der Apotheke als Joker

Auch die Erweiterung der Telemedizin auf die Apothekenlandschaft
könnte das das System entlasten. „Mit Telemedizin in der Apotheke
bringen wir ärztliche Expertise in die Apotheke, verkürzen
Wartezeiten, entlasten Spitäler und verbessern die Versorgung“, so
Mursch-Edlmayr.

Apotheken sind für viele Menschen die erste Anlaufstelle in
bestimmten Gesundheitsfragen. Die öffentlichen Apotheken sind die
niederschwelligste gesundheitliche Anlaufstelle mit persönlicher
Betreuung, die es in Österreich gibt. Auch Wohnortnähe und lange
Öffnungszeiten ohne Schließzeiten zählen. Das Sparpotential für den
Staatshaushalt sei bei der stärkeren Systemeinbindung der Apotheken
enorm, wie die Apothekerkammer-Präsidentin weiter ausführt: „Die
Konsultation von Apothekerin bzw. Apotheker verursacht dem
Gesundheitssystem keinerlei Kosten. Apothekerinnen und Apotheker
entscheiden aufgrund ihrer Expertise, ob sie den Patienten in
Selbstmedikation halten oder ihn zum Arzt schicken. Erst in letztem
Falle wird der Patient für das Gesundheitssystem kostenrelevant.“