Wien (OTS) – Plus 3,6 Prozent Teuerung im Juli, ein Anstieg der
Lebensmittelpreise
um fast 30 Prozent seit 2022, steigende Miet- und Energiepreise. Für
den Pensionistenverband Österreichs steht fest: Es sind wirksame
Maßnahmen gegen die stetig steigenden Preise nötig. Im Vorfeld der
Regierungsklausur erneuert Birgit Gerstorfer, MBA, Präsidentin des
Pensionistenverbandes Österreichs, die Forderungen des PVÖ im Kampf
gegen die anhaltende Teuerung. „Der Teuerung muss endlich Einhalt
geboten werden – etwa durch eine Anti-Teuerungskommission mit der
Befugnis zu Betriebsprüfungen und Preiskontrollen in Form von
Preiseingriffen bei Grundnahrungsmitteln. Aber auch durch Maßnahmen
wie etwa eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer oder durch
spürbare Kostendeckel bei Mieten und Energie“, nennt Gerstorfer
einige der zentralen Vorschläge des PVÖ.
269.000 Menschen armutsgefährdet
„Die anhaltende Teuerung gefährdet Kaufkraft und Lebensqualität
der älteren Menschen. Besonders betroffen sind mittlere und kleine
Pensionen. Mittlerweile wirkt die Teuerung bis tief in den
Mittelstand hinein, für Bezieher*innen von kleinen Pensionen und
Ausgleichszulagen-Bezieher*innen wird sie aber zunehmend
existenzbedrohend. Sie spüren die Teuerung bei Lebensmitteln, Mieten
und Energie besonders stark – denn je geringer das Einkommen, desto
mehr davon wird für die sogenannten ‚Lebenshaltungskosten“
ausgegeben. Im Jahr 2024 waren 269.000 Personen in Österreich
armutsgefährdet. „Diese Personengruppe gibt fast ihr gesamtes
monatliches Einkommen für die Lebenshaltung – sprich für Wohnen,
Energie, Nahrungsmittel und dringend benötigte Anschaffungen aus und
hat kaum finanzielle Reserven für Unvorhergesehenes. Sie trifft die
Teuerung besonders hart“, so Gerstorfer.
Armut bekämpfen – nicht die Armen
Um die (Alters-)Armut in Österreich zu verringern und die
Kaufkraft zu sichern, ist es notwendig, einerseits die Teuerung zu
stoppen, damit das Leben wieder leistbar bleibt und gleichzeitig
Löhne/Gehälter, Pensionen, aber auch Maßnahmen zur Armutsbekämpfung
entsprechend anzupassen. „Mit den von uns geforderten 2,7 Prozent
Pensionsanpassung wird den Pensionist*innen rückwirkend die Teuerung
der vergangenen 12 Monate abgegolten. Das ist nicht nur eine Frage
des Respekts gegenüber der älteren Generation und wichtig für den
Erhalt der Kaufkraft – das ist auch Gesetz“, betont Gerstorfer.
„WIFO-Vorschlag ebenso absurd wie unsozial“
Weiters müsse darüber gesprochen werden, die Ausgleichszulage
über die Armutsgefährdungsschwelle anzuheben, um Altersarmut zu
verringern. Für Kopfschütteln im Pensionistenverband sorgt der
jüngste Vorschlag von WIFO-Inflationsexperten Josef Baumgartner.
Dieser schlägt – als Maßnahme gegen die Teuerung – u.a. vor, „sich
bei den Lohnsteigerungen zurückzuhalten“ und dabei „z.B. bei den
Pensionen in Vorleistung zu treten“. „Dieser Vorschlag ist ebenso
absurd wie unsozial. Dadurch würde nur die Kaufkraft sinken und die (
Alters-)Armut ansteigen. Wir müssen die Teuerung und die Armut
bekämpfen – nicht die Armen“, stellt Gerstorfer abschließend klar. (
Schluss)