Wien (OTS) – „Der Kinderbetreuungsmonitor gibt wenig Anlass zum
Feiern. Viele
Betreuungsplätze sind nicht vollzeit-tauglich. Im Sommer fehlen
verlässliche Angebote. Zwischen Stadt und Land klaffen große
Unterschiede. Von echter Wahlfreiheit mit flächendeckenden und
ganztägigen Angeboten sind wir weit entfernt. Die Bundesregierung
muss endlich in die Gänge kommen, statt die unsägliche
Teilzeitdebatte künstlich aufzupauschen“, so die Familiensprecherin
der Grünen, Barbara Neßler, zur heutigen Präsentation des
Kinderbetreuungsmonitors 2024/25 von Familienministerin Claudia
Plakolm.
Der Monitor zeigt schwarz auf weiß: Nur 60 % der
Kinderbetreuungsplätze sind VIF-konform – vier von zehn Plätzen sind
also nicht mit Vollzeitarbeit vereinbar. Über den Sommer bleibt zu
oft die Tür zu: „Im Sommer wird Betreuung für viele Familien zur
Zitterpartie: Nur jede vierte Einrichtung hat das ganze Jahr offen,
ein weiteres Viertel schließt rund vier Wochen, knapp ein Fünftel
sogar fünf – und rund 3 % sind überhaupt weniger als 40 Wochen
geöffnet. In vielen Regionen findet Betreuung weiterhin überwiegend
nur vormittags statt – Vollzeit geht sich so nicht aus“, führt Neßler
weiter aus.
„Gerade im ländlichen Raum braucht es endlich Tempo – trotz der
Milliardeninvestitionen der vergangenen Jahre unter
Regierungsbeteiligung der Grünen. Betreuung darf nicht von der
Postleitzahl abhängen. Zu oft gilt noch die alte Haltung: ‚Die Mama
bleibt eh daheim, die Mama wird’s schon richten.‘ Damit muss Schluss
sein. Wenn Länder und Gemeinden nicht liefern, muss der Bund
Verantwortung übernehmen: Kinderbetreuung in Bundeskompetenz bringen
– das zündet den Ausbauturbo, entlastet die Gemeinden und schafft
einheitliche Mindeststandards“, sagt Neßler.
„Klar ist: Wir sind erst dann am Ziel, wenn jede Familie selbst
entscheiden kann, wie sie ihr Leben gestalten will – und dafür
braucht es eine kostenlose, flächendeckende Kinderbetreuung, die das
ganze Jahr und den ganzen Tag geöffnet hat“, so Neßler.