Grüne/Disoski: „Mutmaßlicher Femizid in Leoben muss Weckruf für besseren Schutz älterer Frauen sein“

Wien (OTS) – „Ich bin zutiefst bestürzt über die Nachricht aus
Leoben, wonach eine
61-Jährige Frau mutmaßlich von ihrem Partner getötet wurde. Ich bin
in Gedanken bei ihr und ihren Angehörigen“, sagt Meri Disoski,
Frauensprecherin der Grünen. Medienberichten zufolge ist der Mann von
der Polizei als Tatverdächtiger festgenommen worden.

„Der mutmaßlich zehnte Femizid im Jahr 2025 muss ein Weckruf für
den besseren Schutz älterer Frauen sein. Dass mehr als die Hälfte der
Femizidopfer im Vorjahr älter als 60 Jahre alt waren, verdeutlicht
wie verletzlich ältere Frauen oft sind und wie dringend wir handeln
müssen. Denn hinter jeder dieser Zahlen steht eine Frau, deren Leben
gewaltsam beendet wurde“, sagt Disoski.

„Viele dieser Frauen leiden oft jahrelang schweigend, aus Scham,
aus Angst oder weil sie finanziell und emotional abhängig sind.
Gerade wenn die Gewalt aus dem engsten Familienkreis kommt, fällt es
besonders schwer, Hilfe zu suchen. Das dürfen wir nicht ignorieren“,
hält Disoski fest.

Disoski fordert daher: „Der Aktionsplan Gewaltschutz, an dem
Frauenministerin Holzleitner arbeitet, muss zügig und mit Nachdruck
umgesetzt werden – mit besonderem Fokus auf ältere Gewaltbetroffene.
Wir brauchen dringend mehr altersgerechte, barrierefreie
Schutzwohnungen, verpflichtende Schulungen für Polizei, Pflegekräfte
und Ärzt:innen sowie eine bundesweite Aufklärungskampagne, die analog
und sichtbar in den Alltag älterer Menschen hineinwirkt – in
Apotheken, bei Hausärzt:innen, in Gemeinden und Pflegeeinrichtungen.“

Als zentrales Element sieht Disoski auch die finanzielle
Absicherung im Alter: „Die beste Gewaltprävention ist Unabhängigkeit.
Deshalb müssen wir endlich wirksam gegen geschlechtsspezifische
Lohndiskriminierung vorgehen. Frauen müssen im Erwerbsleben
gleichgestellt sein – damit sie im Alter selbstbestimmt und sicher
leben können“, schließt Disoski.