Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Inflationszahlen (3,6 % im
Juli) belegen:
Strom (+35,3 %), Lebensmittel (+5,2 %) und Mieten (+4,2 %) sind die
stärksten Preistreiber. Besonders betroffen sind armutsbetroffene
Kinder und ihre Familien, Alleinerziehende und Mehrkindhaushalte,
weil sie den Großteil ihres Einkommens für genau diese
Grundbedürfnisse ausgeben müssen.
Inflation befeuert Energie- und Ernährungsarmut in Österreich
Der Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf abbildet, stieg
sogar um 5,1 Prozent – deutlich stärker als die allgemeine Inflation.
„Für Menschen mit geringem Einkommen zählt nicht der
Durchschnittswarenkorb, sondern was das tägliche Leben kostet. Wer
fast sein ganzes Einkommen für Wohnen, Energie und Essen ausgeben
muss, kann der Teuerung nicht ausweichen“ , so Volkshilfe-Direktor
Erich Fenninger.
Die aktuelle Entwicklung befeuert nicht nur Ernährungs-, sondern
auch Energiearmut. Denn „während Familien nicht wissen, wie sie den
täglichen Einkauf oder die nächste Stromrechnung bezahlen sollen,
verbuchen die Energieversorger Übergewinne in Milliardenhöhe – und
dürfen sie weitgehend behalten. Der Markt regelt hier nichts – er
verschärft nur die Ungleichheit“, so Fenninger. Die Volkshilfe
befürwortet die von Vizekanzler und Finanzminister kürzlich
angestoßene Diskussion um Preiseingriffe daher ausdrücklich und
fordert rasches Handeln.
Laut Momentum-Institut haben die neun Landesenergieversorger im
letzten Jahr 2,6 Milliarden Euro Gewinn eingefahren – rund 1,5
Milliarden Euro mehr als im Vorkrisenschnitt. In nur drei Jahren (
2022–2024) summierten sich ihre Übergewinne auf 3,4 Milliarden Euro.
Dennoch schöpft der Staat durch den Energiekrisenbeitrag lediglich
5,5 Prozent dieser Gewinne ab.
Die Volkshilfe fordert:
– Mietpreisbremse für alle Wohnungen , auch im bisher nicht
reglementierten Bereichen. Außerdem braucht es ein Verbot befristeter
Mietverträge, die Preise zusätzlich nach oben treiben.
– Regulierung der Energiepreise, echte Übergewinnsteuer und eine
Energiesicherung, damit Haushalte nicht den volatilen Preisen am
Energiemarkt ausgeliefert sind und das Grundbedürfnis nach Energie
für alle gesichert ist.
– Faire Lebensmittelpreise : Schluss mit dem „Österreich-Aufschlag“.
Transparenz und notfalls Preisdeckel entlang der Lieferkette. Hierfür
braucht es eine Preistransparenzdatenbank und eine Preiskommission.
– Kindergrundsicherung jetzt , um alle Familien finanziell zu
entlasten
„Die aktuelle Diskussion über Preissenkungen ist überfällig.
Solange Konzerne Milliarden-Übergewinne einstreifen, während Familien
beim täglichen Einkauf das Geld ausgeht, sind gesetzliche Eingriffe
alternativlos“ , so Fenninger abschließend.