Österreichweite Unterstützung für Kärntner Ärzte-Warnstreik

Wien (OTS) – „Es ist erschütternd, dass es dazu kommen musste“,
kommentiert
Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer und
der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, die für heute geplanten
Protestmaßnahmen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Kärnten.
„Ärztinnen und Ärzte setzen solche Maßnahmen nicht leichtfertig, weil
sie sich ihren Patientinnen und Patienten verpflichtet fühlen. Doch
angesichts der Blockadehaltung der Österreichischen Gesundheitskasse
durch ihre Weigerung, ernsthafte Verhandlungen zu führen, bleibt kein
anderes Mittel mehr, um auf die zunehmende Unfairness in der
Kassenmedizin hinzuweisen. Wenn jetzt nicht endlich gegengesteuert
wird, droht ein nachhaltiger Schaden, der möglicherweise irreparabel
ist“, sagt Steinhart: „Daher steht die Österreichische Ärztekammer
voll hinter den Kärntner Protestmaßnahmen. In den vergangenen Jahren
haben wir uns immer wieder als Partner mit Handschlagqualität
bewiesen und Gesprächsbereitschaft gezeigt – sogar den allerorts
geforderten einheitlichen Leistungskatalog haben wir in einer
gehörigen Kraftanstrengung selbst ausgearbeitet und der Kasse schon
vor Jahren übermittelt.“ All diese Bemühungen haben aber angesichts
der Untätigkeit der ÖGK nichts gefruchtet, daher müssten nun im Sinne
der Patientinnen und Patienten auch andere Maßnahmen ergriffen
werden. „Sonst kann es bald zu spät sein“, warnt Steinhart.

Angesichts der jüngsten Äußerungen der ÖGK-Spitze und deren
Emotionalisierung gegenüber der Vertragsärzteschaft kommt die volle
Solidarität mit den Kärntner Protestmaßnahmen nicht nur von der ÖÄK,
sondern auch aus allen anderen Bundesländern. Auch die anderen acht
Obleute der niedergelassenen Kurien in den Landesärztekammern
unterstützen die heutigen Maßnahmen, die einen eingeschränkten
Ordinationsbetrieb beinhalten. „Unsere Medizin ist wertvoll und
verdient die entsprechende Wertschätzung“, unterstreichen die
niedergelassenen Kurienobleute Dietmar Bayer (Steiermark), Naghme
Kamaleyan-Schmied (Wien), Michael Schriefl (Burgenland), Momen Radi (
Tirol), Christoph Fürthauer (Salzburg), Paul Niederberger (
Oberösterreich), Alexandra Rümmele-Waibel (Vorarlberg) und Dagmar
Fedra-Machacek (Niederösterreich).