Innsbruck (OTS) – Der Sommer hat sich in Österreich mit hohen
Temperaturen
zurückgemeldet, doch schon ab Freitag soll die Gewitteranfälligkeit
steigen. Vor einer Bergtour ist eine umsichtige Tourenplanung nun
besonders wichtig: „An heißen Tagen ist eine frühe Startzeit
entscheidend. So lassen sich Aufstiege in kühleren Temperaturen und
möglichst im Schatten absolvieren, bevor die Mittagshitze einsetzt“,
weiß Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport im Österreichischen
Alpenverein . Und weiter: „Wenn eine Überschreitung geplant ist, so
ist es zu überlegen, ob beispielsweise der Aufstieg von West über Ost
oder von Nord über Süd gegangen wird. So befindet man sich beim
Aufstieg vorwiegend auf schattseitigem Gebiet und erst beim Abstieg
in der Hitze.“ Zu einer guten Vorbereitung gehört laut Randl auch,
Wetterberichte stets zu prüfen.
Zwtl.: Schutz vor Sonne und Hitze
Eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz oder eine Schildkappe und ein
dünnes Halstuch bieten optimalen Sonnenschutz am Berg. Leichte und
luftdurchlässige Kleidung sorgt für Kühlung. Der Alpenverein
empfiehlt, stets ein Wechselshirt im Rucksack zu haben – besonders,
wenn man schwitzt oder es am Berg windiger wird. Lange, dünne
Bekleidung kann zusätzlich vor Sonne schützen. Sonnencreme mit hohem
Lichtschutzfaktor sollte bereits zu Hause aufgetragen werden.
Zwtl.: Ausreichend trinken
Hitze verlangt nach konsequenter Flüssigkeitszufuhr. Neben Wasser
sind isotonische Getränke ideal. Jörg Randl empfiehlt eine Mischung
aus Apfelsaft und Wasser im Verhältnis 1:2, ergänzt mit einer Prise
Salz. Alkoholische Getränke sind zu vermeiden.
Zwtl.: Richtiges Verhalten bei Gewitter
Wer früh genug startet, kann Gewittern oft aus dem Weg gehen.
„Wenn der Wetterbericht beispielsweise für den frühen Nachmittag
Gewitter oder Wärmegewitter ankündigt, sollte ich dies in den
Planungen entsprechend berücksichtigt haben“, empfiehlt Randl. „Wenn
sich am Himmel rasch dunkle Wolken zeigen, der Wind auffrischt und
erste Sturmböen auftreten, sollte ich nicht bis zur vorhergesagten
Uhrzeit warten. Ein Gewitter kann früher einsetzen. Wer auf Nummer
sicher gehen will, muss im Zweifel bereit sein, die Tour vorzeitig
abzubrechen.“
Doch was ist zu tun, wenn Bergsteiger dennoch von einem Gewitter
überrascht werden? Jörg Randl : „Auf freien Flächen gilt: den
Rucksack absetzen, sich daraufsetzen, die Füße eng beieinander auf
den Boden stellen und den Körper zusammenkauern. Wichtig ist zudem,
mindestens zehn Meter Abstand zu freistehenden Bäumen, Erhebungen und
auch zu anderen Personen zu halten.“ Exponierte Stellen wie Gipfel
oder Grate sollten so schnell wie möglich verlassen werden. Dabei rät
der Alpenverein, stets auf das Gelände zu achten, um Ausrutschen oder
Abstürze und damit zusätzliche Risiken zu vermeiden.
Zwtl.: Verhalten am Klettersteig bei Gewitter
Bei Gewitter am Klettersteig gilt: Wer mit dem Klettersteigset am
Stahlseil gesichert ist, bleibt gesichert, steht jedoch möglichst
etwas seitlich, um das Stahlseil nicht direkt zu berühren. Ein
vollständiges Aushängen vom Stahlseil ist nicht zu empfehlen, da das
Absturzrisiko oft größer ist als die Gefahr, vom Blitz getroffen zu
werden.
“Wichtig ist auch, für den Notfall am Berg gerüstet zu sein: Ein
Biwaksack gehört ebenso in den Rucksack wie ein Erste-Hilfe-Paket“,
so Randl abschließend.
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https://www.alpenverein.at/portal/service/presse/2025/2025_08_14-
_Hitze-am-Berg.php :