Wien (OTS) – „Die heute präsentierte Greenpeace-Studie deckt auf,
dass die
Recyclingversprechen für Textilien und Schuhe nicht gehalten werden.
Viele Kleidungsstücke reisen mehrmals um die Welt und schließlich
werden die wertvollen Rohstoffe verbrannt. Das ist eine üble
Täuschung der Konsument:innen und eine massive Umweltbelastung. Hier
haben wir dringenden Handlungsbedarf“, stellt Elisabeth Götze,
Wirtschaftssprecherin der Grünen, fest.
Recyclingunternehmen und große Modehändler, beispielsweise H&M
und Mango, nehmen in Österreich nicht mehr benötigte Bekleidung
entgegen und suggerieren den Konsument:innen deren Weiterverwendung
bzw. die Nutzung der Wertstoffe. „Dieses Versprechen entpuppt sich
als billiger Marketinggag“, ist Götze empört. Ein Großteil der
entsorgten Produkte wird viele tausende Kilometer weit transportiert
und trotzdem weder weiter genützt noch recycelt, sondern letztendlich
verbrannt.
„Wir müssen Textilkonzerne durch eine erweiterte
Herstellerverantwortung in die Pflicht nehmen, jedenfalls auch für
Importware. Das stellt die notwenigen finanziellen Mittel bereit, um
ein funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem in Österreich
aufzubauen. Besonders sinnvoll ist erweiterte Herstellerverantwortung
mit Ökomodulation. Das bedeutet: Wer umweltfreundlich produziert,
zahlt weniger Gebühren für die Entsorgung – umweltschädliche Produkte
bekommen einen höheren Preis. Diese Vorschläge sind im Einklang mit
der 2022 präsentierten Textilstrategie der EU und ermöglichen
Österreich die dortigen Vorgaben hinsichtlich Sammelquoten
umzusetzen“, so Götze.
„Darüber hinaus fordern wir eine Paketgebühr für importierte
Billigware, beispielsweise von Temu und Shein. Diese Produkte sind
oft falsch deklariert und enthalten schädliche, in der EU nicht
zugelassene Chemikalien oder sonstige gefährliche Materialien. Die
Gebühren sollen die Kosten der erforderlichen Importkontrollen
decken. Eine solche Paketgebühr hat Frankreich im Rahmen eines Ultra-
Fast-Fashion Gesetzes eingeführt und sie wurde auch vom
österreichischen Handelsverband vorgeschlagen“, hält Götze fest.