Zu heiß im Salon: Gewerkschaft vida fordert besseren Hitzeschutz für Friseur:innen

Wien. (OTS) – Die Sommerhitze macht vielen Berufsgruppen zu schaffen
– nicht nur
auf Baustellen. Was viele übersehen, wenn im August die
Außentemperatur über 30 Grad erreicht, wird die Arbeit auch für
Friseur:innen zur Belastungsprobe, macht die Gewerkschaft vida
aufmerksam. Föhn, Glätteisen und warme Wasserdämpfe heizen die Luft
zusätzlich auf. Oft fehlt es an Klimaanlagen oder ausreichender
Belüftung. Dazu kommen chemische Gerüche von Haarfärbemitteln. Die
Folge: angeschwollene Hände, geschwollene Knöchel, Kreislaufprobleme,
Erschöpfung – und Konzentrationsschwierigkeiten bei feinmotorischen
Arbeiten.

Tanja Niedermaier leitet den von vida und AK Wien über ihren
Fachausschuss geführten Ausbildungsbetrieb „New Talents Studio“ im
10. Wiener Gemeindebezirk. Das Studio ist ein modernen und
zeitgemäßen Ausbildungssalon für Friseur:innen, Kosmetiker:innen und
Fußpfleger:innen. Nach jahrelanger Erfahrung und aus vielen
Erzählungen von Beschäftigten kennt Niedermaier die Herausforderungen
in der Branche: „Gerade an heißen Tagen stoßen viele an ihre Grenzen
– auch wenn man es uns nicht immer anmerkt.“

Hitze als Stressfaktor

Nur körperlich, auch emotional ist die Belastung spürbar. Die
Stimmung kippt schneller, die Geduld sinkt – auch unter Kolleg:innen.
Beim Friseurhandwerk kommt es auf haargenaue Schnitte an. Wenn kleine
Fehler passieren, sind nicht nur Kund:innen, sondern auch die
Beschäftigten unzufrieden. „Die Hitze stresst. Und wir arbeiten mit
Menschen, da muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Niedermaier. Die
Niederösterreicherin, die ihren Beruf, den sie schon seit 27 Jahren
ausübt, liebt, plädiert dafür, dass Hitzeschutz genauso ernst
genommen wird wie Hygienevorschriften oder andere
Arbeitsschutzmaßnahmen. Denn: „Auch in der Friseurbranche arbeiten
Menschen – und keine Maschinen“.

Kein gesetzliches Hitzefrei

Ein generelles „Hitzefrei“ gibt es in Österreich nicht.
Beschäftigte am Bau können vom Arbeitgeber ab 32,5 Grad im Schatten
frei bekommen. In diesem Fall erhalten die Arbeiter:innen weiterhin
60 Prozent des Lohns. 2026 soll eine Verordnung kommen, die für
Berufe im Freien etwa einen verpflichtenden Hitzeschutzplan ab 30
Grad vorsieht. Aktuell ist eine solche Hitzeschutzverordnung in
Begutachtung. Für Friseur:innen und andere hitzebelastete Berufe in
Innenräumen fehlen solche Regelungen. Doch auch hier braucht es
Schutzmaßnahmen, so die Gewerkschaft.

vida-Forderungen für mehr Hitzeschutz

Um die Arbeitsbedingungen bei hohen Temperaturen zu verbessern,
fordert die Gewerkschaft vida:

Bessere Kühlung und Belüftung in Salons

Flexible Pausenregelungen, um ausreichend trinken zu können

Kühle Rückzugsorte für kurze Erholungsphasen

Mehr Verständnis und Sensibilität für die Belastung durch Hitze

Hitzeschutz als fester Bestandteil des Arbeitsschutzes

Rückfragen für Medien:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +436646145733

E-Mail: [email protected]

www.vida.at