Baierbrunn (OTS) – Was, wann und wie viel wir essen, ist nur zum Teil
unsere eigene
Entscheidung. Vieles geschieht auch unbewusst. Was uns beim Essen und
Trinken beeinflusst, zeigt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“
.
Naschen wie in der Steinzeit. Eigentlich wollen wir nur ein Stück
Schokolade essen – und plötzlich ist die ganze Tafel weg. Die
Vorliebe für Süßes ist teils genetisch bedingt, teils erlernt. Im
Laufe der Evolution war süßes, fettiges Essen von Vorteil, weil es
schnell viel Energie liefert. Heute ist das Nahrungsangebot mehr als
üppig, doch auf Zucker reagiert unser Gehirn noch immer wie in der
Steinzeit. Je häufiger wir Süßes essen, desto stärker wird das
Verlangen.
Satt und zufrieden? Knurrt der Magen, fehlt dem Körper Energie.
Botenstoffe regeln, ob wir uns hungrig oder satt fühlen. Das
Hungerhormon Ghrelin etwa schlägt bei schwindenden Energiereserven
Alarm. Sind diese dagegen gut gefüllt, gibt das Sättigungshormon
Leptin Entwarnung. Bei jeder Mahlzeit schüttet der Körper
verschiedene Hormone aus. Insulin zum Beispiel hilft dem Körper,
Zucker aus dem Blut in die Zellen zu befördern, trägt aber auch dazu
bei, den Appetit zu zügeln. Ghrelin, Leptin Insulin und Co.
beeinflussen auch das Belohnungssystem im Gehirn, etwa die
Ausschüttung von Botenstoffen wie dem Wohlfühlhormon Dopamin. Geraten
diese fein abgestimmten Regelkreise durcheinander, wirkt sich das auf
Hungergefühl und Essverhalten aus.
Übergewicht beginnt im Kopf. Bei Menschen mit Adipositas sind
körpereigene Steuerungsmechanismen teils aus dem Lot geraten. Ist zum
Beispiel der Signalweg des Sättigungshormons Leptin gestört, fühlen
wir uns später oder nicht wirklich satt. Reagiert das Gehirn nicht
mehr richtig auf Insulin, haben wir länger Appetit. Ungesunde
Lebensmittel wie Schokolade oder Chips verringern die Insulin-
Empfindlichkeit. Studien zeigen: Fertiggerichte, Fast Food und manche
Süßstoffe tricksen das Gehirn aus, indem sie in die Signalübertragung
zwischen Gehirn und Verdauungstrakt eingreifen. Und sie verändern das
Belohnungssystem im Gehirn so, dass der Appetit auf diese Produkte
immer weiter zunimmt. Was wir essen, beeinflusst unsere Vorlieben und
umgekehrt.
Das Auge isst mit. Bei der Entscheidung, was und wie viel wir
essen und trinken, spielt das Drumherum eine wichtige Rolle. Ein
Nachtisch wirkt auf einem weißen Teller meist appetitlicher als auf
einem schwarzen. Von roten Tellern isst man weniger – wahrscheinlich,
weil Rot eine Warnfarbe ist. Je kleiner der Teller, desto weniger
wird gegessen. In einer Studie führte eine Verdoppelung der
Tellergröße dazu, dass sich die Teilnehmenden bis zu 40 Prozent mehr
Essen nahmen, berichtet die „Apotheken Umschau“.
Verführer im Supermarkt. Wer hungrig einkaufen geht, kauft
impulsiver ein und achtet mehr auf den Geschmack als auf die
Gesundheit. Außerdem ist das Design von Supermärkten darauf angelegt,
die Kundschaft zum Zugreifen zu verlocken. Größere Einkaufswagen
animieren dazu, mehr hineinzulegen. Ungesundes wird oft prominenter
platziert als Alltagswaren. Verbraucherschützer haben herausgefunden:
In Verkaufsprospekten werden Süßes, Snacks, Fleisch und Alkohol
intensiver beworben als Obst oder Gemüse.
Weitere Informationen rund um das Thema „Über-Gewicht“ unter
www.a-u.de/ueber-gewicht
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