E-Control: Nach wie vor niedrige Werte bei Ausfällen und Störungen der Strom- und Gasversorgung in Österreich

Wien (OTS) – Die Österreicher:innen können sich auf ihre Strom- und
Gasversorgung
weiterhin verlassen. Die aktuellen Ausfall- und Störungsstatistiken
Strom und Gas zeigen nach wie vor sehr gute Werte bei der
Verfügbarkeit der Strom- und Gasversorgung. Während die Ausfalldauer
bei Gas von letztem Jahr leicht gestiegen ist, sind die Werte bei
Strom wieder auf ein ähnliches Niveau wie im Jahr 2022 gefallen.

„Die durchschnittliche Ausfallsdauer aufgrund ungeplanter
Stromausfälle lag im Jahr 2024 bei 23,41 Minuten, jene der
ungeplanten Gasausfälle bei 3,87 Minuten. Im Jahr davor hatten wir
32,27 Minuten bei der Strom- und 1,44 Minuten bei der Gasversorgung
an ungeplanten Unterbrechungen. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen
in der Stromversorgung auf den niedrigeren Einfluss der üblichen
atmosphärischen Einwirkungen (die nicht als regional
außergewöhnlichen Ereignisse galten) zurückzuführen. Der Anstieg an
Unterbrechungen bei der Gasversorgung liegt vor allem an einem großen
Netzbetreiber im Verteilernetz, der deutlich längere
Versorgungsunterbrechungen als üblich hatte. Die Zuverlässigkeit der
Strom- und Gasversorgung kann weiterhin als sehr gut bezeichnet
werden.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Alfons Haber, die
Ergebnisse aus den gerade veröffentlichten Ausfall- und
Störungsstatistiken Strom und Gas der E-Control.

Die durchschnittliche Dauer ungeplanter Ausfälle im Gas ist immer
weit geringer als im Strombereich. „Das liegt vor allem daran, dass
unterirdisch verbaute Gasleitungen weniger von externen
Umwelteinflüssen betroffen sind als Freileitungen bei Strom. Zudem
fällt die ungeplante Unterbrechungsdauer in den Wintermonaten
deutlich geringer aus als während der Sommerzeit. Wir gehen davon
aus, dass im Winter aufgrund der deutlich höheren Gasabhängigkeit der
Kund:innen bei Störungen eine noch schnellere Schadensbehebung
notwendig ist.“, erläutert Haber.

Zwtl.: Berechnung der unterschiedlichen Zuverlässigkeitskennzahlen
und ihre Bedeutung

Seit 2003 errechnet die E-Control verschiedene
Zuverlässigkeitskennzahlen, die zum Teil auch für einen europäischen
Vergleich herangezogen werden können. Hierbei spielt besonders der
kundengewichtete Indikator SAIDI für den nationalen und
internationalen Vergleich eine Rolle. „Dieser bezieht sich darauf,
wie lange ein Kunde im Durchschnitt keinen Strom bzw. kein Gas hatte.
Neben dem SAIDI wird bei Strom unter anderem auch der ASIDI
berechnet. Dieser berücksichtigt die ausgefallene
Transformatorleistung über die Zeit und stellt einen auf die
elektrische Leistung bezogenen Indikator dar.“, so Haber. Die genaue
Berechnung aller Kennzahlen bzw. die bereits errechneten Zahlen
können den jährlich veröffentlichten Berichten der E-Control zur
Ausfall- und Störungsstatistik Strom und Gas entnommen werden.

Zwtl.: Witterung spielt große Rolle bei der Bewertung

Dabei haben Versorgungsunterbrechungen unterschiedlichste Gründe.
Generell werden diese in geplante und ungeplante Ursachen unterteilt.
„Bei geplanten Unterbrechungen werden die Kund:innen im Vorhinein
über eine Abschaltung informiert, zum Beispiel aufgrund geplanter
Arbeiten im Versorgungsnetz. Ungeplante Versorgungsunterbrechungen
treten in Zusammenhang mit äußeren Einflüssen, Anlagenausfällen oder
anderen Störungen auf.“, erläutert der Vorstand der E-Control,
Wolfgang Urbantschitsch, Details aus den Statistiken.

Ungeplante Ursachen werden bei Strom in fünf verschiedene
Kategorien gegliedert. Dazu zählen atmosphärische Einwirkungen,
Fremdeinwirkung, netzbetreiberinterne Gründe sowie
Rückwirkungsstörungen und regional außergewöhnliche Ereignisse. „Von
regional außergewöhnlichen Ereignissen spricht man zum Beispiel bei
extremen Unwetterlagen, welche die Netzbetreiber vor schwierige
Aufgaben stellen können und die in der Statistik gesondert betrachtet
werden. Bei der Anzahl der ungeplanten Ursachen im Jahr 2024 hat sich
gezeigt, dass mit einem Anteil von über 16% aller Unterbrechungen die
atmosphärischen Gründe die häufigste Ausfallsursache darstellten.
Netzbetreiberinterne Ursachen waren mit 13% der zweithäufigste Grund,
gefolgt von regional außergewöhnlichen Ereignissen mit etwas mehr als
10%.“, so Urbantschitsch.

Die atmosphärischen Gründe sind dieses Jahr die bedeutendste
Ursache für Unterbrechungen, z.B. gab es 2024 im Vergleich zum
Vorjahr eine reduzierte Anzahl von regional außergewöhnlichen
Ereignissen, aber deren durchschnittliche Dauer ist gestiegen. Die
höchste Anzahl an Ausfällen konnte 2024 im September aufgrund des
Sturmtiefs „Annett“ festgestellt werden.

Im Gasbereich hat sich gezeigt, dass rund 27% der gemeldeten
Versorgungsunterbrechungen außerhalb des Verteilernetzes lagen (z.B.
eine defekte Gastherme in der Kundenanlage). Unterbrechungen mit
Ursache im Verteilernetz teilen sich auf in Ursachen ohne
Fremdverschulden zu 37% und gastechnische Anlagen im Verteilernetz zu
21%. Ein vergleichsweiser geringer Anteil entfällt hierbei mit rund
15% auf Ursachen mit Fremdverschulden.“, erläutert Urbantschitsch.

Eine detaillierte Beschreibung der Ausfallursachen kann ebenfalls
dem Jahresbericht zur Ausfall- und Störungsstatistik entnommen
werden.

Zwtl.: Netzbetreiber als Ansprechpartner für Kund:innen

„Im Falle einer Versorgungsunterbrechung ist der jeweilige
Netzbetreiber – abhängig vom Netzgebiet – der zu kontaktierende
Ansprechpartner für Betroffene. Kund:innen haben die Möglichkeit,
sich über Ausfallskennzahlen in ihrem eigenen Netzgebiet zu
erkundigen. Die Hauptzuverlässigkeitskennzahlen, SAIDI und ASIDI, für
das jeweilige Netzgebiet sind auf der Website des Netzbetreibers zu
finden.“, weist Urbantschitsch abschließend auf die Möglichkeit der
Kund:innen hin, sich detaillierter über den eigenen Netzbetreiber zu
informieren.

Ausfall- und Störungsstatistiken Strom und Gas für das
Berichtsjahr 2024:

https://www.e-control.at/ausfall-und-stoerungsstatistik