Wien (OTS) – Der 12. August ist ein doppelt bitteres Datum für
Österreich: Der
Pension Overshoot Day – der Tag, an dem sämtliche laufende Einnahmen
für das Pensionssystem aufgebraucht sind – fällt auf den Tag der
Jugend. Ab morgen wird die Finanzierung unserer Pensionen
ausschließlich durch Steuergelder gedeckt. Draufzahlen wird die
nächste Generation.
„Das bedeutet im Klartext: Würde man sich rein auf die
Pensionsversicherungen verlassen, gäbe es ab dem 13. August keine
einzige Pensionszahlung mehr. Dass wir in einem der wohlhabendsten
Länder der Welt ein derart instabiles System weiter mit Vollgas gegen
die Wand fahren, ist unverständlich“, kritisiert Julia Aichhorn,
Bundesvorsitzende der Jungen Industrie. „Es ist ein Schlag ins
Gesicht der Jugend, die heute arbeiten, einzahlen – und völlig
ungewiss sind, ob sie selbst jemals noch eine Pension bekommen.“
Die Entwicklung spricht für sich: Letztes Jahr fiel der Overshoot
Day auf den 16. August, 2023 sogar auf den 19. August. Innerhalb von
nur zwei Jahren hat sich dieser Tag um eine ganze Woche nach vorne
verschoben. „Die Entwicklung ist alarmierend: Der demographische
Wandel ist nicht mehr Zukunft, er ist Gegenwart. Im Jahr 2029 sind
wir dem aktuellen Trend entsprechend schon beim 1. August“, so
Aichhorn.
Der Staat muss heuer rund 33 Milliarden Euro zuschießen, um das
Pensionssystem über Wasser zu halten – das entspricht etwa 230
Millionen Euro pro Tag. Diese Summen fehlen uns an anderer Stelle
schmerzhaft – etwa bei Bildung, Digitalisierung, Kinderbetreuung oder
Klimaschutz. Bereiche, die für die Zukunft unseres Landes
entscheidend und für junge Menschen von zentraler Bedeutung sind.
„Es ist meine Verantwortung als eine Vertreterin der jungen
Generation, klar zu sagen: So kann es nicht weitergehen“, appelliert
Aichhorn. „Wir brauchen mutige, ehrliche und nachhaltige Reformen.“
Die Junge Industrie fordert daher konkrete Maßnahmen.
Pensionserhöhungen müssen sofort gestoppt werden. Es braucht eine
Anpassung des faktischen an das gesetzliche Pensionsantrittsalter, um
die tatsächliche Lebensarbeitszeit zu verlängern. Zusätzlich sind
Anreize nötig, um Menschen zu motivieren, länger im Erwerbsleben zu
bleiben. Und schließlich muss auch das gesetzliche
Pensionsantrittsalter automatisch an die steigende Lebenserwartung
gekoppelt werden – so wie es in vielen anderen Ländern längst der
Fall ist.
„Politische Verantwortung heißt, Probleme nicht zu verdrängen,
sondern sie zu lösen“, schließt Aichhorn. „Wir brauchen jetzt
Politikerinnen und Politiker, die über den nächsten Wahltermin
hinausdenken – und die bereit sind, das Pensionssystem endlich
generationengerecht umzubauen.“