ÖBVP: Psychische Gesundheit junger Menschen stärken – Jugend braucht Halt, Raum und professionelle Begleitung

Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am 12.
August macht
der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) auf die
zunehmenden psychischen Belastungen junger Menschen aufmerksam und
fordert gezielte Maßnahmen zur nachhaltigen Unterstützung ihrer
psychischen Gesundheit.

Psychische Belastungen nehmen zu – Jugendstudie und Rat auf Draht
zeigen dringenden Handlungsbedarf

Die aktuelle Ö3-Jugendstudie 2024, an der rund 30.000 junge
Menschen in Österreich teilgenommen haben, zeigt deutlich:
Jugendliche sind stark psychisch belastet. Fast jede:r Zweite gibt
an, mit der eigenen psychischen Gesundheit unzufrieden zu sein.
Schulischer Druck, Zukunftsängste und soziale Unsicherheiten zählen
zu den häufigsten Belastungsfaktoren. Besonders auffällig ist der
gestiegene Wunsch nach professioneller Unterstützung – ein klares
Signal für den akuten Bedarf an niederschwelligen
psychotherapeutischen Angeboten.

Auch die neuesten Zahlen von Rat auf Draht, der Notruf-,
Beratungs- und Informationsstelle für Kinder, Jugendliche und deren
Bezugspersonen in Österreich, unterstreichen die psychische Belastung
junger Menschen: Allein im Jahr 2024 fanden rund 4.000 Beratungen zu
psychischen Erkrankungen und Problemen statt – das entspricht über 8
% aller Gespräche. Besonders häufig suchten Jugendliche Unterstützung
bei Themen wie Angst, Depression, familiären Konflikten, sowie bei
Mobbing und psychischer Gewalt, die im Vergleich zum Vorjahr um 17 %
zugenommen haben. Auch problematische Online-Erfahrungen wie
Sextortion stiegen deutlich an – ein klares Signal für den wachsenden
Bedarf an professioneller Begleitung.

„Jugendliche brauchen heute mehr denn je sichere Räume und
professionelle Begleitung, um sich in einer komplexen Welt zu
orientieren und psychisch gesund heranzuwachsen. Psychotherapie
bietet dabei einen geschützten Rahmen zur Stärkung der eigenen
Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung“, so Barbara Haid,
Präsidentin des ÖBVP.

ÖBVP fordert flächendeckenden Zugang zu Psychotherapie und den
Ausbau schulischer Präventionsprojekte.

Durch psychotherapeutische Begleitung sollen Schüler:innen,
Eltern und Lehrkräfte sensibilisiert, unterstützt und professionell
begleitet werden. Das ÖBVP-Projekt fit4SCHOOL ist ein positives
Beispiel dafür.

„Wir erleben täglich, wie wichtig es ist, dass psychische
Gesundheit an Schulen sichtbar, ansprechbar und ernst genommen wird.
Dazu braucht es einen geschützten Raum, in dem Kinder und Jugendliche
frühzeitig Hilfe bekommen – bevor Probleme chronisch werden. Was wir
brauchen, ist eine langfristige strukturelle Verankerung solcher
Angebote im Bildungssystem”, erläutert Béa Pall, Leiterin des
Fachreferates für Säugling, Kinder Jugendlichenpsychotherapie im
ÖBVP.

Der ÖBVP fordert daher:

· flächendeckenden Zugang zu kostenfreier psychotherapeutischer
Versorgung für Kinder und Jugendliche,
· den Ausbau von psychotherapeutischer Prävention in Schulen
· flächendeckende Implementierung der „Mental Health Days“ an Schulen
· sowie die Integration von Psychotherapeut:innen im Lebensraum
Schule

„Psychische Gesundheit darf kein Privileg sein. Gerade junge
Menschen brauchen unser besonderes Augenmerk und niederschwellige,
professionelle Angebote, um Krisen zu bewältigen und ihre Potenziale
entfalten zu können“, betont Haid.