Wien (OTS) – Die im Vergleich zu anderen Ländern der Eurozone hohe
Inflation ist
eines der Hauptprobleme für Österreich. Die Produktionsgewerkschaft (
PRO-GE) unterstützt daher den Vorstoß von Finanzminister Marterbauer,
Maßnahmen zu überlegen, um die hohen Preissteigerungen in Österreich
einzudämmen. Aber um die Preisentwicklung endlich zu stabilisieren,
brauche es nicht nur den Willen der Bundesregierung, sondern auch
einen Beitrag der Unternehmen. „Es ist volkswirtschaftlich
vernünftig, die Inflationsentwicklung einzudämmen. Es sollte allen
klar sein, dass eine anhaltend hohe Teuerungsrate die Kaufkraft
schwächt und die Wettbewerbsfähigkeit vermindert“, unterstreicht
Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE.
Während Unternehmen in der Lage seien, die Preissteigerungen ganz
oder teilweise an Kunden weiterzugeben, hätten Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer diese Möglichkeit nicht. Hohe Strom- und Energiepreise,
ständig höhere Kosten durch die Indexierung von zum Beispiel Mieten,
Versicherungsverträgen und Internet- bzw. Mobilfunkdienstleistungen
sorgen für eine Dauerbelastung. Hinzu kommen steigende
Lebensmittelpreise, die gerade für Haushalte mit geringem Einkommen
ein immer größer werdendes Problem darstellen. So sind laut
Arbeiterkammer diese Preise seit Beginn der Teuerungswelle regelrecht
explodiert. „Die Sicherung der Kaufkraft hat daher bei den
Lohnverhandlungen weiterhin Priorität“, betont der
Gewerkschaftsvorsitzende.
Die PRO-GE fordert ein genaues Monitoring der Supermarktpreise
durch eine Anti-Teuerungskommission. Es gelte unter anderem,
ungerechtfertigten Preiserhöhungen einen Riegel vorzuschieben, so
Binder. Schließlich sei zum einen der Umstand bemerkenswert, dass,
wenn sogar landwirtschaftliche Erzeugerpreise zurückgehen, dies im
Supermarkt nicht spürbar sei. Und anderseits würden viele Produzenten
wie etwa die Fleischindustrie klagen, dass Handelskonzerne seit
langem massiv die Herstellerpreise drücken. „Sollten Handelskonzerne
so ihre Marktmacht in Österreich auf Kosten der Konsument:innen sowie
der Produzenten ausnützen und eine Gewinn-Preis-Spirale befeuern,
dann muss das abgestellt werden“, sagt Binder abschließend.