Wien (OTS) – „Wir begrüßen die Vorstöße von Finanzminister Markus
Marterbauer zur
Bekämpfung der hohen Inflation bei Lebensmitteln“, so Erich
Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich. „Im Jahresvergleich
Juni sind die Lebensmittelpreise um 4,7 Prozent gestiegen und damit
noch höher als die allgemeine Inflation von 3,3 Prozent. Die
Teuerungen setzen schon auf ein hohes Preisniveau auf und diese enorm
hohen Lebensmittelpreise belasten einkommensarme Haushalte sehr
stark. Denn sie müssen in Relation zu ihrem Einkommen am meisten für
Lebensmittel ausgeben.“ Seit Mai 2025 ist nun wieder ein deutlich
stärkerer Anstieg der Preise für Lebensmittel zu verzeichnen. Die
anhaltende Inflation droht deshalb die Ernährungsarmut in Österreich
zu verschärfen. Das zeigt sich auch in einer aktuellen Befragung der
Volkshilfe.
Dramatische Befragungsergebnisse zu Ernährungsarmut
An der Umfrage der Volkshilfe nahmen mehr als 200 armuts- oder
ausgrenzungsgefährdete Personen teil, die im Rahmen eines durch das
Sozialministeriums geförderten Projekts Unterstützung durch
Lebensmittelgutscheine bzw. Lebensmittelpakete erhielten.
75 Prozent der Befragten haben nach wie vor Angst, am Monatsende
nicht genug zu essen zu haben. „ Knapp zwei Drittel der
Studienteilnehmer*innen können sich Obst und Gemüse nicht so oft
kaufen, wie sie es gerne würden und wie es für eine ausgewogene
Ernährung nötig wäre. 76,8 Prozent können Fisch, Fleisch oder
vergleichbare vegetarische Alternativen nicht in gewünschtem Ausmaß
kaufen. Mehr als vier von zehn Befragten mussten bereits an der Kasse
Lebensmittel zurücklegen, weil das Geld letztlich doch nicht reichte.
22 Prozent der Haushalte mit Kindern berichtetet sogar davon, dass
ihre Kinder im letzten Jahr nicht ausreichend zu essen hatten “,
fasst Hanna Lichtenberger, Leiterin des Teams Forschung und
Sozialpolitik der Volkshilfe Österreich die Ergebnisse zusammen. Die
Folgen sind gravierend: weniger Wohlbefinden, höheres Risiko von
Adipositas, eingeschränkte soziale Teilhabe und eine stärkere
Prävalenz verschiedener Krankheitsbilder wie Diabetes, Herz-Kreislauf
-Erkrankungen und bestimmter Krebsarten.
Volkshilfe fordert rasche Maßnahmen gegen zu hohe Preise bei
Lebensmitteln
„Die Ergebnisse unserer Studie sind besorgniserregend. Daher ist
die Debatte um regulatorische Eingriffe bei den hohen
Lebensmittelpreisen dringend notwendig“, so Erich Fenninger, Direktor
der Volkshilfe Österreich. „ Es ist höchste Zeit, notwendige
Maßnahmen zu ergreifen, um die Ernährungsarmut in Österreich zu
bekämpfen und den Betroffenen Zugang zu ausreichender und
ausgewogener Ernährung zu ermöglichen. Dazu braucht es Preisdeckel,
mehr Transparenz in der Preisbildung von Lebensmittel und armutsfeste
Sozialleistungen, die an die hohen Lebenserhaltungskosten angepasst
sind “, schließt Fenninger.